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Kilian Rüthemann * 1979 in Bütschwil (ch), lebt und arbeitet in Basel (ch) Stripping 2008, 300 Gruben, Durchmesser 80 cm, 10 x 50 m Ob Teleskopstangen, die in der Schweiz im Zuge von Baubewilligungsverfahren noch ungebaute Gebäude markieren, Berge von Streusalz oder Wellen von Dachteerbahnen: Immer wieder arbeitet Kilian Rüthemann die skulpturalen Qualitäten der von ihm benutzten Materialien und Objekte auf überraschende Art und Weise heraus. Nur wenige minimale Parameter werden vom Künstler festgelegt, was Raum lässt für die Entwicklung und Entfaltung spezifischer Charakteristika der verwendeten Materialien, sowohl physisch als auch symbolisch. Seine Installationen und Skulpturen entstehen stets vor Ort im konkreten Ausstellungskontext und sind oftmals nur während der Laufzeit der Ausstellung existent. Danach werden sie zerstört, oder die verwendeten Materialien werden wieder ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt. Im Skulpturenpark Berlin_Zentrum hat der Künstler Stripping realisiert: eine großflächige ortsspezifische skulpturale Intervention, bestehend aus circa 300 von Hand ausgehobenen halbkugelförmigen Gruben, die eine Fläche von zehn mal fünfzig Metern perforieren. Inspiriert von einem 800 Meter langen Streifen steinumrandeter Löcher, der sich auf einem Bergkamm durch das Pisco-Tal im heutigen Peru schlängelt und dessen Entstehungszeit und Funktion bis heute ungeklärt sind, überzieht Stripping die Oberfläche der Brache wie mit Narben und gibt einen gerasterten Blick auf den geschichtsträchtigen Untergrund des Geländes frei. Parallel zum Außenzaun gesetzt und im Norden an die Brandmauer eines Häuserblocks angrenzend, dessen Fläche sich in der räumlichen Ausdehnung des Löcherfeldes widerspiegelt, wird die Arbeit durch ein weiteres Element bestimmt: den sich schräg durch das Löcherfeld schneidenden asphaltierten Weg, auf dem NVA-Soldaten patrouillierten, um die Grenzanlagen Ostberlins zu sichern. So bewegt sich Stripping auf den ausgetretenen Pfaden der Land-Art, belebt sie wieder und untergräbt sie gleichzeitig. Ein Kratzen an der Oberfläche versetzt den Boden in Schwingung. |