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Pushwagner * 1940 in Oslo (no), lebt und arbeitet in Oslo Soft City 1969–1975, Bilderroman, Auszüge aus dem Buch von 156 Seiten, 41,8 x 56,7 cm Pushwagner beobachtet die Welt und ihre Mechanismen mit einer kruden Einstellung. Manchmal tut er dies in einer so offensichtlich übertriebenen Art, dass seine Arbeiten fast zu Karikaturen ihrer selbst und der Gesellschaft werden. Auch sein Pseudonym ist mit einem Augenzwinkern gewählt – ein merkwürdiger Verweis auf den Einkaufswagen (push wagon) und ein ironischer Kommentar zu unserer konsumorientierten Gesellschaft. Der Bilderroman Soft City, den Pushwagner 1969 in Fredrikstad, Norwegen, begann und 1975 in London abschloss, kommt genau aus dieser Periode der persönlichen »Neuerfindung«. Die über 150 handgezeichneten Seiten berichten von einem Tag im Leben einer Familie, die ein mechanisches Leben in einer entmenschlichten dystopischen Stadt führt. In dieser »soften« Orwell’schen Stadt ist jede Handlung in eine Routine verwandelt, die von einer Uhr beherrscht wird, die die Zeit des Aufwachens, Essenszeiten, Arbeitsstunden, Einkaufszeiten, Schlafenszeiten und sogar die Freizeit bestimmt. Nur die LEBEN-Pille, die das Paar im Roman jeden Morgen schluckt, hält ihre Körper/menschlichen Maschinen in Gang – ein Beispiel für Pushwagners Fähigkeit, einen absurden und satirischen Ton in seine Geschichten einfließen zu lassen. Wohl Pushwagners wichtigstes Werk, dient Soft City als reichhaltige Quelle für seine diversen späteren Arbeiten. Elemente daraus erscheinen zum Beispiel in der Grafikserie A Day in the Life of Family Man (1979–1980) und der Malereiserie Apocalypse aus den 1980er und 1990er Jahren. Ebenso gibt es wichtige Verbindungen zwischen Soft City und anderen Formen der dystopischen Science-Fiction, sowohl Filmen als auch Büchern, aus den 1960er und 1970er Jahren. Die langjährige Zusammenarbeit des Künstlers mit dem norwegischen Schriftsteller Axel Jensen, dessen Romane Pushwagner illustrierte und mit dem er bei Science-Fiction-Cartoons zusammenarbeitete, zeigt dies. Die neue öffentliche Anerkennung bestätigt endlich die Bedeutung von Pushwagners Einfluss in dieser spezialisierten Szene sowie auch auf eine aktuelle Generation von Künstlern in Norwegen. |