|
Ania Molska * 1983 in Prudnik (pl), lebt und arbeitet in Warschau (pl) W=F*s (work) 2008, DVD, 9 Min., Farbe, Ton P=W:t (power) 2007/2008, DVD, 9 Min., Farbe, Ton Ania Molskas Filme setzen sich oft mit der Perspektive in ihrer abstrakten geometrischen Form auseinander, die gleichwohl in die reale Welt der körperlichen Erfahrung übersetzt wird. In Perspective (2006) ist die Künstlern – mit einem weißen Schneeanzug bekleidet – in eine Schneelandschaft eingetaucht und versucht, über den Horizont zu verschwinden. Sie wird allerdings von an ihrem Körper befestigten schwarzen Schnüren zurückgehalten. Durch ihre vergeblichen Fluchtversuche lockern und spannen sich die Schnüre, was zur Bildung von geometrischen Formen und einer momentanen Wahrnehmung der perfekten Perspektive führt, sichtbar gemacht in der öden Landschaft. In Tanagram (2006–2007) wendet Molska ebenfalls fundamentale geometrische Formen an und transportiert sie in die dritte Dimension: Zwei Russisch sprechende Männer, bekleidet nur mit heroisch aussehenden Helmen und Lendenschurzen, verschieben in einem leeren weißen Raum dreidimensionale schwarze Elemente. Obwohl sich der Titel Tanagram auf das chinesische Puzzle gleichen Namens bezieht, verweisen die Hintergrundmusik des legendären Chors der Roten Armee und die einfachen Formen auf Kasimir Malewitschs Schwarzes Quadrat. Die Mythen der russischen Avantgarde, die in Molskas durchgängiger Auseinandersetzung mit grundlegenden Formen heraufbeschworen werden, werden in der jüngsten Arbeit der Künstlerin verstärkt betont. Sie besteht aus zwei Filmen, die gegeneinander gesetzt werden. Der erste Film, P=W:t (power), zeigt eine leere Squashhalle, in der die weißen Bälle von einer auslösenden Kraft in Bewegung gesetzt werden. Das Tempo wird schneller, und sie scheinen ihre Schwerkraft zu verlieren, unkontrollierbar zu werden und den Betrachter in einen Hagelsturm von Bällen einzutauchen. Im zweiten Film, W=F*s (work), wird man auf eine riesige Ebene versetzt und sieht der Konstruktion einer enorm großen Eisenskulptur durch eine Handvoll gleich aussehender Bauern zu. Ein Gerüst erlaubt es den Bauern, ihre Arbeit auf verschiedenen Ebenen wahrzunehmen, ihre Position und ihren Standpunkt zu verändern. Durch die kontrastierenden Perspektiven und die kollektiven, nicht-individuellen Aspekte wird der Betrachter wiederum auf die ursprünglichen Prinzipien des russischen Konstruktivismus verwiesen. |