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Daniel Guzmán * 1964 in Mexiko-Stadt, lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt Brutal Youth 2008, Aus der Serie Everything is Temporary, Möbel, Tür, Kunststoffknochen, Plattencover, graviertes Plexiglas, 212 x 82 x 82 cm How to Make a Monster? 2008, Chinatusche, Bleistift auf Papier, Tryptichon, jeder Teil 100 x 70 cm Daniel Guzmán schöpft in seinen Installationen, Zeichnungen und Filmen aus einem großen Reservoir von Referenzen aus Popkultur, Literatur, Musik, Mode, Werbung und bildender Kunst. Die Komplexität, die in der Durchdringung von einst als distinkt geltenden Sphären kultureller Zeichenproduktion spürbar wird, eröffnet dem Künstler einen Raum, in dem er mit dem Vokabular des Alltagslebens Form und Sprache der Kunst modifiziert. Seit 2007 thematisieren Guzmáns Arbeiten Zeitlichkeit und Vergänglichkeit. Dieses Interesse ist stark von der vorkolonialen mexikanischen Kultur beeinflusst, die das Werden und Vergehen alles Lebens betont. In einer Reihe von Zeichnungen mit dem Titel La Búsqueda del Omligo (Die Suche nach dem Nabel) werden die Facetten seiner Auseinandersetzung mit dieser Thematik anschaulich. Hier wie auch in vielen seiner Installationen verweist das verwendete Material – häufig alte Holzmöbel, deren Aufbewahrungssysteme auf einen konkreten, langfristigen Zweck und damit auf akkumulierte Zeit verweisen – auf die Spannung zwischen Ewigkeit und Vergänglichkeit, Funktion und Zwecklosigkeit. In Brutal Youth, Guzmáns neuer Arbeit für die 5. berlin biennale, werden Alltagsobjekte (Tür, Regale) mit auf seine künstlerischen Vorgänger rekurrierenden Zeichnungen – etwa deformierten Porträts zweier Mitglieder des Hitlerregimes, die stilistisch an die Karikaturen von Bürgern und Militärs bei George Grosz oder Otto Dix erinnern – kombiniert. Vermeintlich triviale Symbole – wie etwa Plastikknochen – treffen auf historische Versatzstücke (ein auf Englisch reproduziertes Fragment einer Hitlerrede über die Jugend) und bilden so den Grundstock für Skulpturen, die als politische Sprechakte konzipiert sind. Die Zusammenstellung evoziert beklemmende Bilder von der Instrumentalisierung junger Menschen im Namen zerstörerischer Ideale durch politische Demagogie, Gewalt und Kriegspropaganda. So verdeutlicht die Installation anhand von Elementen des Alltagslebens die Verwundbarkeit des Menschen und die Endlichkeit der Welt, auf paradoxe Weise konterkariert durch den Willen zur Macht. |