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Cezary Bodzianowski * 1968 in Łódź (pl), lebt und arbeitet in Łódź Imago I Imago II 2008, Videoinstallation, Doppelprojektion Kurchanvon 2008, 15 Isolatoren, Stein Body-Garden esperado Eureko Magneto Muse-One Pianola Urbanus 2008, Videoinstallation, Serie von Performances, Tapete Cezary Bodzianowskis Performances sind oftmals eher »Nicht-Aktionen« denn »Aktionen«: scheinbar beiläufige Interventionen in das soziale Raum-Zeit-Gefüge, die den Rhythmus des alltäglichen Lebens durch kaum merkliche Veränderungen für einen kurzen Moment aus dem Takt bringen. Sie bestehen nicht selten aus nichts weiter als der stillen Anwesenheit des Künstlers an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit und für eine bestimmte Dauer. Von diesen Aktionen bleibt meist eine Dokumentation in Form von Fotografien oder Filmen – in denen immer er selbst als das »Kunstwerk«, als das irritierende Moment im Bild, auftritt. Für die 5. berlin biennale greift Bodzianowski in den Garten im Hof der KW Institute for Contemporary Art ein, in deren Komplex er während der Vorbereitungszeit der Biennale bis zur Eröffnung gewohnt hat. Darüber hinaus zeigt er Videodokumentationen von Aktionen, die er während dieser Zeit erarbeitet und durchgeführt hat. Für Pianola funktionierte er die Archivordner im künstlerischen Büro der berlin biennale, die die Dokumentationen zu sämtlichen Künstlern der vorangegangenen Biennalen enthalten, zu riesigen »Klaviertasten« um. Für die andere, Magneto, postierte er sich vor verschiedenen U-Bahn-Ausgängen Berlins mit an Hufeisenmagneten erinnernden maßstabsgetreuen Styropor-Nachbildungen des U-Bahn-Zeichens, um die aus den Schächten strömenden Passanten »magnetisch herauszuziehen«. Seine Aktionen sind im buchstäblichen Sinne »Dehnungen« des Realitätsprinzips, nicht zuletzt Verweise auf die variable Lesbarkeit der Welt. Doch Bodzianowski stellt dabei nicht nur die Konstruiertheit von Sinn aus, sondern setzt diverse Formen von Fiktion gegen diejenige Fiktion, die als Realität anerkannt ist. Er fordert hegemoniale Lesarten der Welt heraus – und scheitert letztlich daran. Seine Arbeiten entwickeln so eine tragikomische Absurdität, die jedoch nie in Nonsens abgleitet, sondern vielmehr auf einen ernsten Kern verweist, an dem sich der leise Wettkampf mit den eingefahrenen Mechanismen der Welt zu einer stillen Poesie der Auflehnung verdichtet. |