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Schinkel Pavillon: Pushwagner
Im Rahmen der 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst mit dem Titel When things cast no shadow eröffnet am 10. April 2008 die zweite von fünf wechselnden, von Künstlerinnen und Künstlern kuratierten Einzelausstellungen im Schinkel Pavillon. Lars Laumann präsentiert Gemälde aus Pushwagners Apokalypse Serie, die in den 1980er und 1990er Jahren entstanden ist.

Die erste Ausstellung im Schinkel Pavillon hinter dem Kronprinzenpalais Unter den Linden begann mehrere Wochen vor der Eröffnung der 5. berlin biennale, die letzte schließt einige Wochen nach deren offiziellen Ende. In fünf wechselnden Einzelausstellungen präsentieren KünstlerInnen der 5. berlin biennale KünstlerInnen, ArchitektInnen und DesignerInnen einer anderen Generation, deren Schaffen ihre eigene Arbeit besonders inspiriert oder beeinflusst hat. Sie wählen die Arbeiten aus, entwerfen die Anordnung und gestalten Struktur und Display der Präsentation. Die KünstlerInnen, die die jeweiligen Ausstellungen im Schinkel Pavillon konzipieren, verweisen somit auf unterschiedliche Referenzen ihrer eigenen Arbeiten, die wiederum an einem anderen Ausstellungsort der 5. berlin biennale zu sehen sind und ermöglichen den BesucherInnen einen Einblick in ihre Auseinandersetzung mit einer früheren Generation und mit den Gegenströmungen der Moderne.

Pushwagner beobachtet die Welt und ihre Mechanismen mit einer kruden Einstellung und aus der Perspektive des Aussteigers. Sein Pseudonym wählte er mit einem Augenzwinkern – ein merkwürdiger Verweis auf den Einkaufswagen (push wagon) als ironischer Kommentar zu unserer konsumorientierten Gesellschaft.
Die Arbeiten, die der norwegische Künstler Lars Laumann für die Ausstellung im Schinkel Pavillon ausgesucht hat, stehen mit Pushwagners  Bilderroman Soft City (1969–1975) in enger Verbindung, seinem wahrscheinlich wichtigsten Werk,  das die Grundlage vieler seiner späteren Arbeiten ist. Soft City, eine Arbeit, die als Teil der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art gezeigt wird, berichtet vom Alltagsleben einer  Familie, die in einer entmenschlichten, dystopischen Stadt ein mechanisches Leben führt. Diese apokalyptischen Untertöne sind auch in den Gemälden der Serie Apocalypse aus den 1980er und 1990er Jahren präsent, die im Schinkel Pavillon zu sehen sind. Aber hier wird die düstere Vision in einen größeren Maßstab übersetzt, im Wortsinn wie im übertragenen Sinne: Als blickten sie durch ein Vergrößerungsglas auf Aspekte dieser mechanisierten Welt, werden die BetrachterInnen in den Alptraum hineingezogen. In Arbeiten wie Dadadata (1995) etwa sitzen zahlreiche „menschliche Roboter“ an Schaltpunkten der Massenproduktion von Raketen und kontrollieren riesige Kranarme. Jedes Element des Produktionsprozesses ist detailliert gemalt, so dass sich beobachten lässt, wie Tausende von Raketen auf endlosen Fließbändern angeliefert werden – die fordistische Erfindung als Mittel der Massenvernichtung. Andere Bilder der Serie, wie Jobkill (1986) verkünden ebenfalls die grausame Vision vom Ende der Menschlichkeit – noch brutaler als in den früheren Arbeiten.
Für diese kompakte Einzelausstellung von fünf Gemälden Pushwagners hat Lars Laumann eine Ausstellungsarchitektur entworfen, die den achteckigen Raum des Pavillons halbiert und so mit der neo-klassizistischen Innenausstattung bricht. Die aus der DDR-Zeit stammenden modernistischen Elemente werden nahezu Teil eines bizarren Sci-Fi Bühnenbildes, zu einer Art Kontrollzentrum, in dem Pushwagners Gemälde wie Fenster zu anderen Welten sind.

Folgende Ausstellungen der 5. berlin biennale finden im Schinkel Pavillon statt:

La lampe dans l'horloge
Janette Laverrière
Konzept und Kooperation: Nairy Baghramian / Janette Laverrière
Laufzeit: Freitag, 21. März – Sonntag, 06. April 2008

Pushwagner kuratiert von Lars Laumann
Eröffnung: Donnerstag, 10. April 2008, 19 – 22 Uhr
Laufzeit: Freitag, 11. April – Sonntag, 27. April 2008

Ettore Sottsass kuratiert von Lili Reynaud-Dewar
Eröffnung: Donnerstag, 1. Mai 2008, 19 – 22 Uhr
Laufzeit: Freitag, 2. Mai – Sonntag, 18. Mai 2008

Masist Gül kuratiert von Banu Cennetoğlu und Philippine Hoegen
Eröffnung: Donnerstag, 22. Mai 2008, 19 – 22 Uhr
Laufzeit: Freitag, 23. Mai – Sonntag, 8. Juni 2008

Zofia Stryjeńska kuratiert von Paulina Olowska
Eröffnung: Donnerstag, 12. Juni 2008, 19 – 22 Uhr
Laufzeit: Freitag, 13. Juni – Sonntag, 29. Juni 2008

Schinkel Pavillon
Oberwallstraße 1
10117 Berlin-Mitte

Öffnungszeiten:
Dienstag und Mittwoch 10 – 19 Uhr
Donnerstag 10 – 22 Uhr
Freitag 10 – 19 Uhr
Samstag und Sonntag 11 – 19 Uhr
Montags geschlossen

KuratorInnen: Adam Szymczyk und Elena Filipovic

Direktorin: Gabriele Horn 

Die Ausstellung wird unterstützt vom OCA, Office for Contemporary Art, Norwegen. 

 
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