5. berlin biennale arrow Kooperationen
logo_noshadow.gif
« < Mai 2013 > »
So Mo Di Mi Do Fr Sa
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1
Kooperationen

On Paper 

On Paper, eine Zusammenarbeit von A Prior Magazine und der 5. berlin biennale für zeitgenössische Kunst

A Prior Magazine entstand 1999 aus dem Brüsseler Künstlerkollektiv "Etablissement d'en Face". Von Beginn lag der Schwerpunkt auf einer engen Zusammenarbeit mit KünstlerInnen und AutorInnen. Ziel war und ist dabei die Ermöglichung einmaliger Momente und Dokumente, die die ganze Breite und Tiefe künstlerischer Praxis herausstellen und so die sonst in der Branche üblichen kurzen Besprechungen oder Beschreibungen ersetzen.
Bei einer stetigen Erweiterung des internationalen Horizonts hat A Prior einen festen Stand „vor Ort“: Regelmäßig werden Kunstschaffende vorgestellt, die in den Niederlanden leben und arbeiten. Um dieser Horizonterweiterung wirkungsvoll zu begegnen wurde das Redaktionsteam aufgestockt, so dass heute Autoren und Kuratoren aus vielen Teilen Europas für A Prior Magazine aktiv sind: Andrea Wiarda (Mailand), Monika Szewczyk (Berlin/Rotterdam) und Dieter Roelstraete (Berlin/Antwerpen) bilden den Kern der Redaktion unter Leitung von Chefredakteurin Els Roelandt (Gent). In ihrer Arbeit werden sie unterstützt von Aneta Szylak (Gdansk), Anders Kreuger (Lund), Mai Abu Eldahab (Antwerpen), Raimundas Malasauskas (Vilnius), Ann Demeester (Amsterdam), Dirk Snauwaert (Brüssel), Annie Fletcher (Eindhoven), Philip Van den Bossche (Oostende) und Hilde Van Gelder (Löwen).

Jeder Ausgabe von A Prior geht eine intensive Zusammenarbeit und die praktische Auseinandersetzung mit der Fragestellung voraus. Was A Prior von anderen Veröffentlichungen in diesem Bereich unterscheidet ist die besondere Herangehensweise: Statt beim Erarbeiten von Inhalten Distanz zu den vorgestellten KünstlerInnen zu halten – die üblicherweise als Voraussetzung solider Berichterstattung geltende „kritische Distanz“ – legen wir Wert auf enge Zusammenarbeit. Die Entwicklung künstlerischer Projekte geht immer mit einem gewissen Geben und Nehmen einher. So kann es erforderlich sein, die Gestaltung der Seiten ganz den Künstlern zu überlassen; gleichzeitig sind die Künstler aufgefordert, die Zeitschrift wie ein echtes Kunstwerk oder einen Ausstellungsraum zu behandeln. Die Artikel verstehen sich oft als Fortsetzung eines intensiven Dialogs und erzeugen ein Gefühl von „kritischer Nähe“. Dazu muss gesagt werden, dass der „Visions“-Teil von A Prior ein wenig anders funktioniert: Hier bietet sich die Möglichkeit, andere diskursive Herangehensweisen zu erproben als die des monografischen Essays. Aber auch dieser Teil ist offen für ein Gegen-den-Strich-Schreiben, das sich deutlich von dem branchenüblichen Stil unterscheidet. Die Beiträge sind das Ergebnis umfassender Recherche und/oder kühner Spekulation; die Texte sind oft zu ungewöhnlich oder schlichtweg zu lang, um im Mainstream einen Platz zu finden.

logo_aprior.jpg

 

 

 


In Zusammenarbeit mit der 5. berlin biennale für zeitgenössische Kunst hat A Prior ein zweibögiges Projekt mit dem Titel On Paper entwickelt.

„Zuhandenheit“ – der von Heidegger geprägte Begriff zur Bestimmung der Bedeutung und des Wesens von Dingen im Verhältnis zum Menschen – ist der Leitgedanke von On Paper. Ziel des Projekts ist es, den Biennalebesuchern lesbare Dinge an die Hand zu geben, die gleich einem Echo oder einem Schatten die auf der Biennale präsentierten Arbeiten nachklingen oder nachwirken lassen.
Diese „Zuhandenheit“ ergibt sich nicht allein aus der materiellen Gestalt des Projekts, sondern auch aus dem Inhalt des ersten Teils von On Paper: A Prior #17.

Die 17. Ausgabe von A Prior bringt vier Teilnehmer der 5. berlin biennale zusammen, die allesamt aus dem als „Problemzone“ geltenden Teil des geopolitisch definierten Europa stammen: aus dem ehemaligen Ostblock. Die künstlerischen Recherchen des in Zagreb lebenden Kroaten David Maljkovic, der Estin Kristina Norman und des in Berlin lebenden rumänischen Künstlers Daniel Knorr weisen eine Reihe interessanter Gemeinsamkeiten auf (wobei sie sich natürlich und zum Glück auch aufs Heftigste unterscheiden). Die auffälligste dieser Gemeinsamkeiten ist vielleicht ihre Bereitschaft, sich mit den materiellen Fragmenten auseinanderzusetzen, die die Geschichte ihrer jeweiligen alten oder neuen, angenommenen Heimat dokumentieren. So bringen ihre Arbeiten eine spürbare Begeisterung für Dinge zum Ausdruck, wobei winzigen Fetzen Papier nicht weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als den gigantischen Denkmälern, die nun in der postpolitischen Wildnis verrosten. Diese Dinge werden als aktive Archive historischen Wissens verstanden – die Praxis dieser KünstlerInnen ist durchdrungen von einer grundsätzlich optimistischen und zugleich elegischen Form des dialektischen Materialismus, die besonders gut in der bewusst nostalgischen Atmosphäre der Metropole Berlin gedeiht.
Die AutorInnen und KünstlerInnen, die in dem Visions-Teil von A Prior zu Wort kommen, stehen diesem Benjaminischen Geschichtsverständnis zwar durchaus wohlwollend gegenüber, sind ihm sogar verpflichtet, zeigen aber auch eine gewisse Skepsis; mehr oder weniger einstimmig rufen sie nach einer vorsichtigeren und ausgewogeneren Deutung der materiellen, dinglichen Welt, und warnen vor den Gefahren dieser als Ostalgie bekannten Form von Retro-Materialismus. Klar erkennen lässt sich diese Sorge in den Arbeiten von Alexander Vaindorf (auf der berlin biennale nicht vertreten) sowie in denen der tschechischen Künstlerin Kateřina Šedá (vertreten), die eine überraschend neue Perspektive auf die sozialen Auswirkungen des dramatischen Untergangs der Staatsform Sozialismus öffnet und zeigt, dass der von so vielen im ehemaligen „Osten“ geträumte verzweifelte Traum von einer Rückkehr zu diskreditierten oder sonstwie verlorenen Formen gemeinschaftlicher Erfahrung in Wirklichkeit der Traum von einer anderen Zukunft ist, in der die Möglichkeiten menschlichen Miteinanders neu gedacht und gelebt werden können.

aprior17.jpg

 

 

 

 

 

 

 

(Klick zur Vergrößerung)
frontcover: Scene for New Heritage, 2004, Collage, David Maljkovic
backcover: Over and Over, (graph n. 50), 2008, Katerina Sedá
coverdesign: nn / Jurgen Persijn , Brussels

Hier finden Sie weitere Informationen zum Inhalt von On Paper: A Prior #17 (in englischer Sprache)

Der zweite Teil von On Paper besteht aus sechs eigenständigen Publikationen und limitierten Ausgaben, die jeweils von einer Teilnehmerin/einem Teilnehmer der 5. berlin biennale entworfen und gestaltet werden: Ahmet Öğüt, Kristina Norman, Manon de Boer, Susanne Kriemann, Cezary Bodzianowski und Paulina Olowska.
Jede Ausgabe stellt ein einmaliges „Ding“ dar, das durch seine Papierform an die Dematerialisierungen der Konzeptkunst ebenso gebunden ist wie an seine Dinglichkeit. So sind dies vielleicht die eigentlichen „things that cast no shadow“, die Dinge ohne Schatten, die selber Schatten oder Echo der auf der biennale gezeigten Arbeiten sind.

onpaperII_bodzianowski.jpgonpaperII_kriemann.jpgonpaperII_ogut.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu On Paper II: Print Series

A Prior Magazine ist in Gent, Mailand und Berlin vertreten.
www.aprior.org

A Prior Magazine, J. Kluyskensstraat 6, 9000 Ghent, Belgium

A Prior Magazine is generously supported by the Flemish Community and The Royal Academy of Fine Arts (KASK) of the University College Ghent

 

Weitere Kooperationen 

Die Projekte der Künstlerinnen Giulia Piscitelli und Lili Reynaud-Dewar wurden koproduziert von der 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst und Riso – Museo d’Arte Contemporanea della Sicilia und entwickelt in Zusammenarbeit mit der Galleria Civica d’Arte Contemporanea Montevergini di Siracusa.

logo_riso.jpg

 

 

 

 

Das Projekt der Künstlerinnen Rosalind Nashashibi und Lucy Skaer wurde koproduziert von der 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst und dem CAC Centre d’art contemporain de Brétigny.

logo_cac.jpg

 

 

 

 

Der Jungkuratorenworkshop Eyes Wide Open wurde organisiert von der 5. berlin biennale für zeitgenössische kunst in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut e. V., der Allianz Kulturstiftung und BMW.

logo_goethe.jpg

 

 

logo_allianz.jpg

 

 

logo_bmw.jpg

 

 

 

 

Balázs Béla Studio Foundation, Budapest

Galeria Kronika, Bytom 

IDEA arts + society, Cluj

Lunds Konsthall, Lund

Off-Theater nrw – Akademie für Theater, Tanz und Kultur, Neuss

Rozalb de Mura

U-TURN Quadrennial for Contemporary Art, Copenhagen

Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin

 
Neues
When things cast no shadow
Information
Geschichte
Förderung
Kooperationen
Presse
Kunstvermittlung
Kontakt
Links
Impressum
Kunstwerke Berlin



Kulturstiftung des Bundes


organized by KW and funded by the German Federal Cultural Foundation