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Mes nuits sont plus belles que vos jours
Hier finden Sie eine Liste aller Mes nuits sont plus belles que vos jours-Veranstaltungen.

Donnerstag, 20. März 2008 / 19 – 22 Uhr
Eröffnung Schinkel Pavillon: La Lampe dans l’Horloge — Janette Laverrière

Dauer: 21. März – 6. April 2008

Gemeinsam mit der Designerin Janette Laverrière hat die Künstlerin Nairy Baghramian eine Ausstellung konzipiert, die im Schinkel Pavillon die intime Atmosphäre von Laverrières Pariser Wohnung nachstellt. Es werden Laverrières Spiegel aus der Serie Evocations gezeigt sowie eine Reproduktion ihrer Bibliothek, die sie ebenfalls selbst entworfen hat, mit den Büchern, die sie ihr Leben lang beeinflusst haben. Dies ist die erste von insgesamt fünf Ausstellungen, die im Rahmen der 5. berlin biennale von Künstlerinnen und Künstlern im Schinkel Pavillon kuratiert werden. Nairy Baghramians neue Skulptur, die von Janette Laverrières Werk inspiriert ist, wird im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie gezeigt. Janette Laverrière wurde 1909 in Lausanne (CH) und lebt und arbeitet in Paris (FR). Nairy Baghramian wurde 1971 in Asfahan (IR) geboren, sie lebt und arbeitet in Berlin (DE).    

Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße, U2 Hausvogteiplatz


Samstag, 5. April 2008 / 20 Uhr
Crazy Horse

Cyprien Gaillards Film Crazy Horse ist eine Hommage an das im Entstehen begriffene Crazy Horse Memorial in den Black Hills in South Dakota. 1948 begann der Bildhauer Korczak Ziólkowski (1908–1982) auf Einladung des damaligen Häuptlings der Sioux mit der Arbeit an einer Skulptur zu Ehren von Lakota-Führer Crazy Horse und Mutter Natur. Das Denkmal wird, wenn es in etwa achtzig Jahren fertig ist, eine der größten Skulpturen der Welt sein. Im Zuge der Herausarbeitung des Porträts in den Black Hills nahe des Mount Rushmore setzen die Arbeiter Dynamit ein und hinterlassen im Nationalpark Chaos und Zerstörung. Der französische Komponist und frühere Opernsänger Koudlam hat mit Gaillard bei mehreren Projekten zusammengearbeitet und die Musik für dessen letzten Film komponiert. Koudlam wird die Open-Air-Premiere mit einer neuen Live-Performance begleiten. Cyprien Gaillard, geboren 1980 in Paris (FR), lebt und arbeitet in Paris (FR). Koudlam, geboren 1979 in Grenoble (FR), lebt und arbeitet in Paris (FR).

Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Kommandantenstraße / Neue Grünstraße, 10969 Berlin-Kreuzberg, U2 Spittelmarkt

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Sonntag, 6. April 2008 / 20.30 Uhr
Another Perfect Day

Ahmet Öğüt beschreibt: »Eines schönen Tages ging ich durch eine kleine Gasse in Istanbul. Plötzlich fiel der Strom aus. Als ich weiter durch die dunkle Gasse ging, sah ich ein Motorrad mit laufendem Motor vor einem kleinen Fenster. Das Motorrad hatte den Scheinwerfer an, und das Licht fiel in das kleine Kellerfenster. Ich kam näher und blickte hinein und – Überraschung!« Öğüt wiederholt diesen Vorfall in einem Kellerraum der KW Institute for Contemporary Art in einer Performance, die den Erfindungsreichtum eines Menschen aus den Straßen Istanbuls nach Berlin bringt. In den KW Institute for Contemporary Art ist außerdem eine Bodeninstallation des Künstlers als Beitrag zur 5. berlin biennale zu sehen. Im Rahmen der Kooperation On Paper zwischen der 5. berlin biennale und der Zeitschrift A Prior Magazine erscheint eine Künstlerpublikation von Ahmet Öğüt. Ahmet Öğüt, geboren 1981 in Diyarbakir (TR), lebt und arbeitet in Amsterdam (NL) und Istanbul (TR).

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Sonntag, 6. April 2008 / 19 Uhr
The Feature

Laut Vorspann ist The Feature ein "its life movie". Und als Erzählfilm keine Darstellung der Wahrheit: "Which seem to be real and is real and not real", sagt Michel Auder zu Beginn des Films.
Über 40 Jahre hinweg hat Auder etwas gemacht, was man Auder'sche Videoreportagen nennen könnte. Es sind weder Tagebuchfilme, wie die von Jonas Mekas, noch ist es Cinéma Verité im Sinne von Shirley Clarke. Videobilder, die durch ihren Alterungsprozess an eigenwilliger Schönheit gewonnen haben, zeigen Fragmente eines Lebens mit Freunden. Aus 5.000 Stunden Material ist, ähnlich wie bei Warhol, aber frei von glamouröser Inszenierung, eine Welt voller Stars entstanden. Mekas, Clarke und Warhol haben Auders Leben begleitet. Und so haben sie neben den Exfrauen Viva und Cindy Sherman, sowie Alice Neel, Taylor Mead, Philippe Garrel, Brigid Berlin und anderen Auftritte in dieser Autobiografie, die im großen Stil Underground-Geschichte erzählt.
Gemeinsam mit Andrew Neel hat Auder sie in die Gegenwart geholt, idiosynkratisch eingebettet in eine Krankengeschichte, die (vielleicht) tödlich endet. Ein Kunstgriff? Die Wahrheit? Eine narrative Versuchsanordnung zur Rettung des Selbst? Könnte sie doch Licht auf das Leben eines Mannes werfen, dessen groß angelegter Narzissmus die Alltagswelt zu einer Oper des Reichtums macht und ein Begehren weckt, das verstört, aber echt ist. (Stefanie Schulte Strathaus)
Michel Auder, geboren 1945 in Soissons (FR), lebt und arbeitet in New York (US). Zur Filmvorführung wird er persönlich anwesend sein.

Arsenal Kino, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz


Dienstag, 8. April 2008 / 20 Uhr
Die Moderne und ihr Unbehagen: Die kroatische Avantgarde der 1950er

»Denjenigen, die all unseren Werken vorbehaltlose Begeisterung entgegenbringen – antworten wir, dass wir an der Aufrichtigkeit ihres Enthusiasmus zweifeln. Denjenigen, die diese Arbeiten für Import, Epigonentum oder Imitation halten – auch wenn sie eigentlich keine Antwort verdient haben – antworten wir, dass Kulturgut Eigentum der ganzen Menschheit ist. Denjenigen, die skeptisch warten, bis die Geschichte ihr fundiertes Urteil fällt, bevor sie sich ihr eigenes machen – antworten wir, dass Frischobst gesünder ist als Konserven. Denjenigen, die sagen, dieses Gemälde sei unsozialistisch – antworten wir, indem wir fragen, ob sie etwa die Formel eines sozialistischen Gemäldes besitzen. Denjenigen, die aufmerksam jeden neuen Versuch auf dem Feld des menschlichen Fortschritts verfolgen und die uns ihre Haltung zu bestimmten Arbeiten mitteilen – antworten wir, indem wir ihre Aufmerksamkeit dankbar zur Kenntnis nehmen.« (Aus Exhibition Manifesto von Kristl, Picelj, Rašica, Srnec, Mitglieder von EXAT51, Croatian Architects’ Association, Zagreb, 1953) In einem Vortrag, der den Fokus auf die Experimente und Architekturpavillons von EXAT51 richtet, diskutieren What, How & for Whom den Modernismuswandel im Kroatien der Nachkriegsära. What, How & for Whom (Ivet Ćurlin, Ana Dević, Nataša Ilić, Sabina Sabolović) ist eine Non-Profit-Organisation für visuelle Kultur und ein Kuratorinnenkollektiv mit Sitz in Zagreb, Kroatien. Eine neue Installation von David Maljković mit Bezug auf die Arbeit von EXAT51 ist im Rahmen der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art zu sehen.

Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Mittwoch, 9. April 2008 / 17 – 22 Uhr
Bag Lady

Bag Lady ist eine Performance, die in dem unlängst eröffneten Einkaufszentrum ALEXA am Alexanderplatz stattfinden wird. Die Performance wurde erstmals 2006 für die Dauer einer Woche in den Potsdamer Platz Arkaden realisiert; daraus entstand das 2007 erschienene Künstlerbuch Bag Lady. Eine ordentlich gekleidete Frau erscheint, die viel Bargeld in durchsichtigen Plastiktüten trägt. Bag Lady, die sich wie eine perfekte Kundin benimmt und gleichzeitig vollkommen »falsche« Dinge tut, ist zugleich Sicherheitsrisiko und zu schützende Person. Indem sie in beiden Rollen auftritt, doch in keine hineinpasst, stellt sie die angenehme und sichere Shopping-Atmosphäre des Einkaufszentrums infrage und vor allem die Leute, die für deren Bewahrung verantwortlich sind. Der minimale Eingriff wirft ein kritisches Licht auf die Zerbrechlichkeit der sozialen Ordnung, in der Privateigentum in Form von Geld oder Konsumartikeln einen derart hohen Wert hat, dass es unter konstante intuitive öffentliche Kontrolle fällt. Die finnische Künstlerin Pilvi Takala wurde 1981 geboren. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam (NL) und Istanbul (TR).

Alexa Shopping Center, Alexanderplatz, Grunerstraße 20, 10179 Berlin-Mitte, U2/U5/U8, S5/S7/S9/S75, Tram M2/M4/M5/M6 Alexanderplatz

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Donnerstag, 10. April 2008 / 19 – 22 Uhr 
Eröffnung Schinkel Pavillon: Pushwagner

Dauer: 11. April – 27. April 2008

Lars Laumann hat eine Reihe von Pushwagners Werken ausgewählt, die die Bildergeschichte Soft City, Pushwagners Beitrag zur 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art, ergänzen. Die Ausstellung im Schinkel Pavillon verbindet großformatige Arbeiten und Ephemera aus öffentlichen und privaten Sammlungen, die zum ersten Mal außerhalb Norwegens gezeigt werden und Einblick in das ungewöhnliche Leben und Schaffen dieses Künstlers geben. Angesiedelt zwischen psychedelischem Comicstrip und der antiutopischen Vision einer Gesellschaft, die von einem militärischen und technokratischen Regime kontrolliert wird, hat sich Pushwagners Arbeit zu einer Inspirationsquelle für eine junge Generation norwegischer Künstler und Musiker entwickelt. Lars Laumanns neues Filmprojekt ist im Rahmen der 5. berlin biennale im Skulpturenpark Berlin_Zentrum zu sehen. Pushwagner wurde 1940 in Oslo (NO) geboren. Er lebt und arbeitet in Oslo (NO). Lars Laumann wurde 1977 in Brønnøysund (NO) geboren. Er lebt und arbeitet in Oslo (NO).

Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße, U2 Hausvogteiplatz

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Freitag, 11. April 2008 / 19 – 24 Uhr
Die 7. Produzentengalerie lebt – Nur für eine Nacht

Für die 5. berlin biennale rekonstruiert Dieter Hacker die Ausstellung Alles ganz große Scheiße!! Dokumente einer Blockade (die Zeitungen der Frau B.), die ursprünglich am 11. April 1974 in seiner Produzentengalerie eröffnet wurde. Wie bei der ursprünglichen Ausstellung 1974 am selben Ort wird die Galerie für eine Nacht mit den Zeitungen einer gewissen Frau B. gefüllt, die Tag für Tag ihre bissigen Anmerkungen zu den Medien und den darin berichteten Geschehnissen direkt auf die Zeitungen kritzelte. Die Ausstellung ermöglicht einen einzigartigen Blick auf jene Zeit und die Vermischung von Alltag und Kunst und ist gleichzeitig eine Hommage an die Tätigkeit der 7. Produzentengalerie, die von 1971 bis 1984 darauf abzielte, sowohl die aktuellen Arbeitsbedingungen bildender Künstler zu reflektieren als auch mögliche Alternativen im Sinne einer neuen »Volkskunst« vorzustellen. Dieter Hacker wurde 1942 in Augsburg (DE) geboren und lebt und arbeitet in Berlin (DE).

7. Produzentengalerie, Schaperstraße 19, 10719 Berlin-Wilmersdorf, U3/U9 Spichernstraße

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Samstag, 12. April 2008 / 20 Uhr
9 einfache Schritte, einen Beschwerdechor zu organisieren

Die Leute beschweren sich gerne. Die Leute singen gerne. Tue beides gleichzeitig – und schon hast du einen Beschwerdechor. Die Initiatoren der weltweiten Beschwerdechor-Bewegung Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen machen vor, wie auch du einen Beschwerdechor organisieren kannst. Ein Abend voller Beschwerden, Videoclips von Chören aus der ganzen Welt und ein spontaner Beschwerdechor unter der musikalischen Leitung von Miss Le Bomb. Freier Eintritt! Inklusive kostenloser Mahlzeit! Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen leben und arbeiten in Helsinki (FI).

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Sonntag, 13. April 2008 / 20 Uhr
B ist ein Bild

Der Graphikdesigner und Schrifttypenerfinder Ludovic Balland zeigt, dass Typografie weniger mit dem Design eines einzelnen Buchstabens oder Wortes oder auch nur mit der Erzeugung der visuellen Einheitlichkeit einer bestimmten Idee zu tun hat als mit einem ganzen Beziehungssystem von Bezeichnungen. Ballands Typografie für die 5. berlin biennale, die sich aus visuellen Elementen der Stadt Berlin zusammensetzt, ist der Ausgangspunkt einer Diskussion darüber, wie Bilder, Wörter und Geschichten auf einer Buchseite zusammenfinden. Ludovic Balland zeichnet verantwortlich für die Gestaltung aller Publikationen der 5. berlin biennale. Balland wurde 1973 in der Schweiz geboren, und lebt und arbeitet in Basel (CH).

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Dienstag, 15. April 2008 / 20 Uhr
150 Jahre Berliner Untergrund

Diese Tour führt zu einer in der Zeit des Kalten Krieges»reaktivierten« Zivilschutzanlage aus den 1980er Jahren. Über eine knapp 1000 Meter lange Wegstrecke durch unterirdische Gänge bis zum U-Bahnhof Gesundbrunnen gelangt man im zweiten Teil der Tour in den noch authentisch erhaltenen Gesundbrunnen-Bunker. Die Anlage stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, hier befindet sich heute das Berliner Unterwelten-Museum. Die Tour, gespenstisch und informativ zugleich, offenbart, was sonst unter der Oberfläche der Stadt verborgen bleibt.  

Treffpunkt: Badstraße, Ecke Hochstraße, schräg gegenüber vom Gesundbrunnencenter, 13357 Berlin-Wedding, U8, S1/S2/S41/S42 Gesundbrunnen

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Mittwoch, 16. April 2008 / 20 Uhr
Mort Aux Vaches Ekstra Extra

Ich will versuchen, meine Studenten von der Danish Royal Academy of Music mitzubringen. – Aber egal – – Ich stelle ein Buch vor – – Es ist ein Schulbuch – – Es ist neu – – Vielleicht ist es ein bisschen radikal – – Es ist eine Alternative, und ich hoffe, eine gute, aber selbst wenn nicht, wenigstens ist es eine Alternative – – Jeder Kursteilnehmer wird Co-Komponist bei meinem Stück Mort Aux Vaches Ekstra Extra – – Und – – Jeder Kursteilnehmer kann natürlich seine neue Komposition mit nach Hause nehmen – Weitere Informationen zu meiner derzeitigen Arbeit findet ihr unter http://blog.wfmu.org/freeform/2008 /01/goodiepal-and-t.html N. B. – Bitte seid vorbereitet; als Hausaufgabe vor dem Kurs: Seht euch das Bildungsfernsehen an – – Und noch eins – – Bitte loggt euch in dieses Gæoudjiparl-Facebook-Profil ein, setzt Euer Zeichen und zwingt es in die Knie http://www.facebook.com E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Passwort: thanx2 – Ich hoffe, wir sehen uns im Kurs! Goodiepal wurde in Dänemark geboren und lebt und arbeitet in Kopenhagen (DK) und London (GB).

City-Grundschule, Berlin Mitte, Sebastianstraße 57, 10179 Berlin-Kreuzberg U2 Spittelmarkt U8 Moritzplatz

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Donnerstag, 17. April 2008 / 21 Uhr
Dustination

Der zwischen sichtbar und unsichtbar schwebende Staub wird physikalisch, technisch und wissenschaftlich erläutert, um im Verlassen des piktoralen Bereiches diesen »räumlich« zu animieren. Der Untertitel des Vortrags von Bettina Vismann sagt schon alles. In ihrem Vortrag über eine höchst undefinierte Substanz, über die wir gewöhnlich hinwegsehen (bis sich zu viel davon angesammelt hat und wir sauber machen müssen), spricht die Architektin über alles, was Sie schon immer über Staub wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Bettina Vismann ist Co-Autorin eines Essays im Katalog der 5. berlin biennale. Sie lebt und arbeitet in Berlin (DE). Ihr Vortrag wird auf deutsch stattfinden.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Freitag, 18. April 2008 / 20 Uhr
Das Automobil

Der Vortrag zweier Brüder, die seit ihrer Kindheit von Autos besessen sind, ist eine Übung in der Psychoanalyse des Automobils. Ausgehend von einem Foto des Autos ihres Vaters nehmen sie das Publikum mit auf eine Reise durch West-und Osteuropa, Asien und die Vereinigten Staaten. Dabei demonstrieren sie nicht nur die Wirkung von politischen Ideologien auf das Auto-Design, sondern auch, wie die Gehirne der Automobil-CEOs und Chefdesigner sowie Naturgewalten, Krieg und Tod die spirituelle Identität des Autos beeinflussen. Schließlich analysieren sie die Identität des Autos als autonome Spezies und erkunden seinen Einfluss auf die Dinge und Menschen in seiner Umgebung. Eine neue Installation und ein neuer Film von Harald Thys & Jos De Gruyter sind im Rahmen der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art zu sehen.    

Bektaş Autowerkstatt, Schleusenufer 4A, 10997 Berlin-Kreuzberg, U1 Schlesische Straße

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Samstag, 19. April 2008 / 20 Uhr
Out-of-body, Out-of-time: Hirnmechanismen der Verkörperung

Olaf Blanke ist darauf spezialisiert, an zwei Orten gleichzeitig zu sein: einen Schattenzwilling zu materialisieren und zu personifizieren und das Bewusstsein vom einen auf das andere Selbst zu übertragen. In einer öffentlichen Performance, die im Hörsaal der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen stattfindet, wird Blanke auf Einladung des Künstlers Melvin Moti versuchen, das Publikum zu entlehren, eins mit sich selbst zu sein, um es zu lehren, zwei mit sich selbst zu sein. Olaf Blanke ist Assistenz-Professor für kognitive Neurowissenschaften und Labordirektor am Laboratory of Cognitive Neuroscience (LNCO)/Brain Mind Institute in Lausanne. Melvin Moti wurde 1977 in Rotterdam (NL) geboren, wo er auch zurzeit lebt. Seine neue Filminstallation ist im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie zu sehen.   

Kaiserin-Friedrich-Hörsaal, Kaiserin-Friedrich-Haus, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin-Mitte, U6 Zinnowitzer Straße, S3/S5/S7/S9 Hauptbahnhof

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Sonntag, 20. April 2008 / 20 Uhr
Dreaming three times

»Ist Einfluss eine Frage von Unwissenheit? Als ich einmal durch London fuhr, sah ich überrascht ein wunderschönes graues Auto vorbeifahren und schrie: ›Ich kann nicht glauben, dass ein Ditella durch die Straßen von London fährt!‹« Die Fundación und das Instituto Torcuato Di Tella, 1958 von der Familie DiTella gegründet, und das Centro de Artes Visuales del Torcuato DiTella, gegründet 1963, haben ein Vermächtnis avantgardistischer künstlerischer und musikalischer Experimente hinterlassen. Durch einen glücklichen Zufall trifft ihr Entstehen mit dem des ersten SIAM Di Tella 1500 zusammen, einem Auto, das 1960 von der British Motor Corporation exakt nach dem Modell des Riley 1500 gebaut wurde. Die Künstler Dolores Zinny und Juan Maidagan befassen sich mit der Art und Weise, wie Koinzidenz, Verwirrung, Einfluss und Ignoranz im Leben und in der Kunst zusammenspielen, und versuchen einige der Mysterien zu lüften, die sich um das Instituto Di Tella, britische Autos, Jorge Luis Borges, abgebrannte Gebäude und andere mutmaßliche Objekte ranken. Dolores Zinny und Juan Maidagan wurden in Rosario (AR) geboren, sie leben und arbeiten in Berlin (DE).    

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Dienstag, 22. April 2008 / 19 Uhr
Filme aus dem Archiv des Balázs Béla Studio

Das Balázs Béla Studio (BBS) wurde 1961 von den Absolventen der ungarischen Filmakademie in Budapest gegründet, der sogenannten »goldenen Generation« ungarischer Filmemacher, zu denen Pál Gábor, Sándor Sára und Oscar-Preisträger István Szabó gehören. Das BBS war als Werkstatt für junge Filmschaffende gedacht, um ihnen den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern, doch später zog es die verschiedensten Künstler, Schriftsteller und Musiker der lebendigen Untergrundszene und politischen Opposition an. Die frühen Werke dieser jungen professionellen Filmemacher lassen den Einfluss der Nouvelle Vague und des Cinéma Vérité mit seinem Gespür für das Dokumentarische erkennen. Die »Budapester Schule« genannte Dokumentarfilmbewegung, die Fiktion und Sozialdokumentation vereinte, entwickelte sich ebenfalls innerhalb des BBS, unter der Beteiligung international gefeierter Filmemacher wie Béla Tarr. Eine neue Phase hat 2006 mit der Zusammenarbeit zwischen dem BBS und der Mûcsarnok/Kunsthalle Budapest begonnen, die das Archiv in Form einer DVD-Bibliothek und DVD-Editionen der Fachöffentlichkeit zugänglich machen wird. Die Filme wurden von Lívia Páldi (Kuratorin, Schriftstellerin), Miklós Erhardt (Künstler, Schriftsteller) und Sebestyén Kodolányi (Filmemacher, Geschäftsführer der BBS Foundation) ausgewählt. Dieser Abend wird präsentiert von U-TURN Quadrennial for Contemporary Art in Zusammenarbeit mit der 5. berlin biennale als Teil des Kooperationsprojektes Opening Hours.  

Arsenal Kino, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Mittwoch, 23. April 2008 / 20 Uhr
Was uns Roboter über die Menschen erzählen können

Roboter werden meistens erdacht und gebaut, um nützlich zu sein. Doch es gibt auch Robotiker, die keinen praktischen Zweck im Sinn haben. Sie benutzen Roboter wie wissenschaftliche Instrumente, um mehr über die Bewegungsabläufe und das Verhalten von Tieren zu erfahren oder darüber, wie Menschen denken können, Sprachen lernen oder die Wirklichkeit verstehen. In diesem Gespräch werden einige der eindrucksvollen Entdeckungen enthüllt, die in den letzten Jahren durch Experimente mit Tierartigen Robotern und Humanoiden gemacht wurden. Roboter revolutionieren unsere Vorstellung davon, wie unser Gehirn arbeitet, wie wir Körperbilder konstruieren und benutzen und wie sich Sprache und Bedeutung aus Sprachspielen entwickeln. Zwei weltweit anerkannte Spezialisten für Künstliche Intelligenz sprechen über Roboter und über alles, was uns diese über die Lebenden verraten. Holk Cruse ist Professor am Fachbereich Biologische Kybernetik der Fakultät für Biologie an der Universität Bielefeld. Luc Steels ist Professor für Computerwissenschaften an der Freien Universität Brüssel.   

Kaiserin-Friedrich-Hörsaal, Kaiserin-Friedrich-Haus, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin-Mitte, U6 Zinnowitzer Straße, S3/S5/S7/S9 Hauptbahnhof

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Donnerstag, 24. April 2008 / 19 Uhr
Vorher und Nachher: Sergej Eisenstein und Kira Muratova

Zwei russische Filme von sehr unterschiedlichen Autoren mit sehr unterschiedlichen Methoden. Ein Diptychon des sowjetischen Geistes »vor und nach« der versprochenen kommunistischen Zukunft, die durch politische Kontrolle aller Aspekte des Lebens erreicht werden sollte. Die Generallinie von Sergej Eisenstein (1898–1948) aus dem Jahr 1928 erzählt eine »lineare« und »tonale« Geschichte von kollektivem Willen und technischem Fortschritt zu einer Zeit, da Kollektive und Kolchosen für den Großteil der russischen Bevölkerung, die Bauern, noch eine »freiwillige« Option waren. Das asthenische Syndrom von Kira Muratova (geboren 1934) aus dem Jahr 1989 hat man als einen der größten Filme der Perestroika-Jahre zum Ende des sowjetischen Experiments gerühmt. Eisensteins sorgfältig arrangierte Geschichten sind längst implodiert, und Muratovas Figuren treiben durch die unerträglich öde und raue Wirklichkeit des zerfallenden Realsozialismus.Die Vorführung wird in Zusammenarbeit mit der Lunds Konsthall in Schweden organisiert. Mit einer Einführung des Kurators Anders Kreuger. Dieser Abend wird präsentiert von U-TURN Quadrennial for Contemporary Art in Zusammenarbeit mit der 5. berlin biennale als Teil des Kooperationsprojektes Opening Hours.

19.00 Uhr: Die Generallinie (R: Sergej Eisenstein, OmU, 107 min)
21.30 Uhr: Das asthenische Syndrom (R: Kira Muratova, OmE, 153 min)

Arsenal Kino, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Freitag, 25. April 2008 / 20 Uhr
Jacques Lacan: Télévision

1972 schlug Benoît Jacquot vor, Jacques Lacan (1901– 1981) in die französischen Wohnzimmer zu bringen. Das Interview, das er mit dem berühmten Psychoanalytiker führte, wurde von dem französischen Fernsehsender ORTF unter dem Titel Psychanalyse ausgestrahlt, in der Folge umgeschrieben und 1974 in Télévision umbenannt. Lacans einziger Fernsehauftritt, zehn Jahre nach Gründung seiner Ecole Freudienne de Paris, war keine Populärversion seiner Lehre. Stattdessen machte er nicht ohne Weiteres verständliche Aussagen zu Fragen des Affekts, der psychischen Energie und der familiären Unterdrückung. Ein eigentümliches, einzigartiges Dokument, das in demselben Maße Aufschluss über die Psychoanalyse gibt wie über die Art und Weise, in der sich Lacan im Fernsehen präsentierte. Erstmals ausgestrahlt in zwei Teilen am 9. und 16. März 1974, Regie: Benoît Jacquot, Interviewer: Jacques-Alain Miller. OV (deutsche und englische Übersetzungen werden dazu ausgegeben). Claus-Dieter Rath ist Psychoanalytiker in Berlin und Gründungsmitglied der Fondation Européenne pour la Psychanalyse (1991), der Freud-Lacan-Gesellschaft: Psychoanalytische Assoziation Berlin (1997) u.a. Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zur Diskussion, unter anderem über den wohl größten Allgemeinplatz der visuellen Medien: das Fernsehen.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Samstag, 26. April / 20 Uhr
Specimen 0843 (SportsTrax)

1997 stellten die Unternehmen Motorola und STATS ein Pagerartiges Gerät namens SportsTrax her, das die Updates der Ergebnisse von Live-Sportveranstaltungen in den USA übertrug. Ein Konflikt entstand, als die NBA Motorola und STATS das Recht absprach, die Ergebnisse zu verwerten. Im Laufe des Prozesses NBA gegen Motorola und STATS, Inc. kamen die Richter zu dem Schluss, dass »professionelle Basketballspiele keine urheberrechtlich geschützte schöpferische Leistung sind«. Sportveranstaltungen gelten als Anhäufung von Tatsachen (Natur) und unterliegen damit nicht dem Urheberrechtsschutz, es sei denn, sie werden in einem fassbaren Ausdrucksmedium festgehalten (Kultur). Unter dem Titel Specimen 0843 wird eine Versammlung von Darstellern, Juristen, Athleten und Ökonomen die Themen Urheberrecht, Echtheit und Autorschaft untersuchen und aufzeigen, was Sport uns über Kunst erzählen kann. Kobe Matthys ist Künstler und Gründer von Agency. Er führt eine Langzeituntersuchung zur Praxis der Reappropriierung und des Gemeinguts durch. Agency setzt sich seit mehreren Jahren mit »Quasi-Dingen« auseinander: Dingen, die sich nicht widerstandslos in die Kategorisierungen »Natur« oder »Kultur« fügen.

Mime Centrum Berlin, Schönhauser Allee 73, 10437 Berlin-Prenzlauer Berg, U2, S8/S85/S41/S42 Schönhauser Allee

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Sonntag, 27. April 2008 / 20 Uhr
Make Me Stop Smoking – Eine Präsentation von Ideen auf dem Prüfstein

Was passiert, wenn eine verloren geglaubte Landschaft durch ihre archivierte Repräsentation gleichsam zurückerobert wird? In seiner Performance Make Me Stop Smoking rekonstruiert Rabih Mroué die radikale, heterogene Landschaft des Libanon, die inzwischen von Krisen und Kriegen zerstört ist. Mithilfe zahlloser anonymer und persönlicher Dokumente, Videos, Fotos, Zeitungsausschnitte und Augenzeugenberichte fügt er ein komplexes System mäandernder Erzählstränge zusammen. Dabei stellt er die Aufrichtigkeit und Stichhaltigkeit der Archivdokumente infrage, während er die Gültigkeit der Rekonstruktion von »Realität« aushandelt. Rabih Mroué, geboren 1967 in Beirut (RL), ist Schauspieler, Regisseur und Dramatiker und freier Redakteur der TDR (The Drama Review). Seit 1990 bringt er seine eigenen Stücke, Performances und Videos heraus. Er lebt und arbeitet in Beirut (RL).

HAU 2, Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin-Kreuzberg, U1/U6 Hallesches Tor

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Dienstag, 29. April 2008 / 20 Uhr
Hypnagogia

Hypnagogie ist definiert als Zustand zwischen Wachsein und Schlaf oder, anders ausgedrückt, als Träumen im Wachzustand. Eine Theorie über diesen Sonderzustand besagt, dass, wenn der frontale Kortex (der mit dem logischen Denken und der Wahrnehmung einer wohldefinierten »Außen«-Welt assoziiert wird) durch Schlaf, tiefe Entspannung oder Trance gehemmt ist, während ein Minimum an Kortikalreiz bestehen bleibt, es möglich wird, das Bewusstsein anderer Teile des Gehirns zu erfahren und zu beobachten. Obwohl der hypnagoge Zustand gemeinhin mit der esoterischen Terminologie von Astralreisen und Out-of-Body-Erfahrungen in Zusammenhang gebracht wird, ist es aufschlussreich, den Zustand als Modell oder Schwelle zu betrachten, als einen Punkt, an dem verdrängte Geistmaterie, imaginäre Topografien und andere Ideen körperlich werden, während sie in die Kultur einsickern. In seinem Vortrag geht Joachim Koester auf diese und andere Ideen der (geheimen) Geschichte des Bewusstseins ein und demonstriert verschiedene Zugänge zu den immer flüchtigen »astralen« oder subtilen Welten. Joachim Koester, geboren 1962 in Kopenhagen (DK), arbeitet und lebt in Kopenhagen (DK) and New York (US).  

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Mittwoch, 30. April 2008 / 20 Uhr
On the Silver Globe

Andrzej Żuławski ist einer der bekanntesten polnischen Regisseure unserer Zeit. Seine Filme beschreiben den Zustand des Menschen in seiner extremsten Dimension. Nach dem bahnbrechenden Debüt Trzecia czêœæ nocy (Ein Drittel der Nacht, 1971) wurde sein zweiter Spielfilm, Diabeł (Der Teufel, 1972) von der kommunistischen Zensur verboten und erst 1988 wieder freigegeben. Im Anschluss an den Erfolg seines ersten französischen Films L’Important c’est d’aimer (1975) kehrte Żuławski nach Polen zurück und arbeitete zwei Jahre an seiner »space oddity« Na srebrnym globie (Der silberne Planet, 1987), einem Film, der auf dem gleichnamigen Science-Fiction-Roman seines Großvaters basiert. Als größte polnische Filmproduktion aller Zeiten wurde das Projekt vom damaligen kommunistischen Kulturminister gestoppt, und Żuławski konnte das Filmmaterial erst 1987 zusammenschneiden – zum Denkmal eines großen Films, der nie realisiert wurde. Einem anderen von Żuławski Filmen, Mes nuits sont plus belles que vos jours (Meine Nächte sind schöner als deine Tage, 1989), verdankt das Nachtprogramm der 5. berlin biennale seinen Titel. Andrzej Żuławski wurde 1940 in Lvov (UA) geboren. Zur Filmvorführung wird er persönlich anwesend sein.

Babylon: Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Donnerstag, 1. Mai 2008 / 19 – 22 Uhr
Eröffnung Schinkel Pavillon: Ettore Sottsass

Dauer: 2. Mai – 18. Mai 2008

Der italienische Designer und Architekt Ettore Sottsass ist weithin bekannt als Gründer der Memphis-Gruppe in den 1980er Jahren und Schöpfer ikonenhafter Elektronikprodukte für Olivetti. In dieser Ausstellung präsentiert Lili Reynaud-Dewar eine Auswahl seiner Entwürfe zusammen mit einer Collage seiner esoterischen Texte aus den 1970er Jahren, die auf großformatige Papierbögen gedruckt sind und an die Besucher im Schinkel Pavillon verteilt werden. Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung liest eine Gruppe von Performern unter der Regie von Reynaud-Dewar einige der Texte im Schinkel Pavillon. Eine Auswahl neuer skulpturaler Arbeiten von Lili Reynaud-Dewar wird im Rahmen der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art gezeigt. Die Ausstellung zu Ettore Sottsass im Schinkel Pavillon entstand in Zusammenarbeit mit Salvatore Lacagnina. Ettore Sottsass wurde 1917 in Innsbruck (AT) geboren und starb 2007 in Mailand (IT). Lili Reynaud-Dewar wurde 1975 in La Rochelle (FR) geboren. Sie lebt und arbeitet in Bordeaux (FR).

Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße, U2 Hausvogteiplatz

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Freitag, 2. Mai 2008 / 20 Uhr
X-Event 1

Für das Nachtprogramm der 5. berlin biennale werden die Choreografen Annie Vigier und Franck Apertet die Matrix X-Event 1 präsentieren, die 2005 beim Faits d’Hiver Festival in Paris uraufgeführt wurde. Siebzig Minuten lang stellen fünf Tänzer auf der X-förmigen Bühne sieben Protokolle dar, indem sie Parabeln, Kopplungen und Unterbrechungen proben sowie Isolierung und erneutes Zusammentreffen, wie sie von der elementaren Form diktiert werden. Zum Äußersten getrieben, lassen die ringenden Körper spontane und überschüssige Figuren entstehen, Atem, Schweiß und körperliche Spuren, die das Publikum in Verbindung mit der Choreografie zu sehen bekommt.

Seit 2005 erarbeiten und performen Vigier und Apertet von der Gens d’Uterpan Company eine Reihe von Protokollen – sogenannten X-Events –, in denen sie die Sinnlichkeit und die Grenze zwischen Tanz und bildender Kunst ausloten. Vigier, geboren 1965, und Apertet, geboren 1966, leben und arbeiten in Paris (FR).

Konzept: Annie Vigier und Franck Apertet, Choreographer
Tänzer: Magali Albespy, Sophie Demeyer, Déborah Lary, Guillaume Milhac, Stève Paulet
Kostüm: Marco Fiedler und Achim Reichert (Vier5)
Sound: Nicolas Martz basierend auf der Baritonstimme von Victor Torres

X-Event 1 wurde im Théâtre l’Echangeur de Bagnolet entwickelt, co-produziert von dem Festival Faits d’Hiver 2005 und dem Centre d’Art Contemporain de Brétigny, in Zusammenarbeit mit dem Nancy Ballet (Accueil Studio), mit der Unterstützung von ADAMI, und der Teilnahme des Centre National de la Danse und des Conservatoire de Bagnolet.
Als Kooperation der 5. berlin biennale und des CAC Brétigny wurde X-Event 1 von Pierre Bal-Blanc, Direktor des CAC Brétigny, organisiert.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Sonntag, 4. Mai 2008 / 20 Uhr
Der Kosmonaut der erotischen Zukunft: Eine kurze Geschichte der Levitation vom Heiligen Josef bis zu Juri Gagarin

Der Kosmonaut der erotischen Zukunft ist eine kulturhistorische Studie der Levitation, in der Philosophie, Religion, Literatur, Kunst, Wissenschaft, Anthropologie, Psychoanalyse und Popkultur zusammengeführt werden. Die Präsentation konzentriert sich auf zwei Schlüsselmomente der Geschichte der Levitation, die etwa 330 Jahre auseinanderliegen: die Flüge des Heiligen Josef von Cupertino, des bekanntesten aller schwebenden Heiligen (besonders gerühmt wegen seiner Fähigkeit, rückwärts zu fliegen), und Juri Gagarins epochemachende Reise in den Weltraum. Die nächtliche Flugbahn führt das Publikum von Avicennas Meditation zum »fliegenden Menschen« aus dem 11. Jahrhundert über Guillaume Apollinaires Lyrik und David Copperfields berühmte Bühnenillusionen bis hin zu der schwerelosen Sexszene am Ende von Moonraker mit Abstechern zu Bruce Naumans Studio und dem Maglev-Zug am Pudong International Airport. Dem Vortrag folgt eine kurze Reise durchs Weltall. Nur für Schwindelfreie. Aaron Schuster wurde 1974 in Bellevue, Washington (US) geboren. Er lebt und arbeitet in Brüssel (BE). 

Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg, S8/S41/S42/S85 Prenzlauer Allee, Tram 2 S-Prenzlauer Allee

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Dienstag, 6. Mai 2008 / 20 Uhr
Nacht der Dinge – Theoretische und praktische Annäherungen

F: Warum sind Kunstwerke Dinge und nicht bloße Produkte, Objekte, Artikel, Fetische und/oder Waren? A: Wegen ihres enigmatischen Charakters – ihrer Teilhabe an den großen Geheimnissen der Welt der Dinge. Dingtheorien. Über Dingheit und/im Kunstwerk Vortrag von Dieter Roelstraete. Danach: Die Nacht des Ding-Erklärens. Alles, was Sie schon immer über Dinge wissen wollten. Das anschließende Publikumsgespräch wird moderiert von Renate Flagmeier (Kuratorin WBA – MDD). Die Veranstaltung könnte an keinem geeigneteren Schauplatz stattfinden: Nutzen Sie die Gelegenheit, sich im Werkbundarchiv – Museum der Dinge mit Dingen zu umgeben. Dort werden die Errungenschaften der Moderne im spannungsvollen Dialog mit den Banalitäten des Alltags präsentiert. Dieter Roelstraete ist Philosoph, Kurator und Autor eines Essays im Katalog der 5. berlin biennale. Eine Zusammenarbeit der 5. berlin biennale und des  Werkbundarchiv — Museum der Dinge.

Werkbundarchiv — Museum der Dinge, Oranienstraße 25, 10999 Berlin-Kreuzberg, U1/U8 Kottbusser Tor

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Mittwoch, 7. Mai 2008 / 20 Uhr
Ein Fernsehabend

TV “S” [reconstruction] (Igor Krenz, PL, 2006, 3.30 Min.) • Boa Zone (Cezary Bodzianowski, PL, 2003, 30 Min.) • Media Burn (Ant Farm, US, 1975 – 2003, 23.02 Min.) • Chris Burden Promo (Chris Burden, US, 1976, 24 x 30 Sek.) • TV Ad (Chris Burden, US, 1973, 2.39 Min.) • Apollovision (Ferdinand Kriwet, DE, 1969/2005, 12.50 Min.) • Campaign (Ferdinand Kriwet, DE, 1972–73/2005, 18.10 Min.). Eine Zusammenstellung von Projekten, die das Fernsehen in den Dienst der Kunst stellen. Mit einer Einführung von Thomas Macho, Humboldt-Universität zu Berlin (in deutscher Sprache).

Hotel Park Inn, 37. Etage, Alexanderplatz 7, 10178 Berlin-Mitte, U2/U5/U8, S5/S7/S9/S75, Tram M2/M4/M5/M6 Alexanderplatz

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Donnerstag, 8. Mai 2008 / 21 Uhr
laut und leise – Ursula Block öffnet das Archiv gelbe MUSIK

Und findet Bekanntes und weniger Bekanntes von A wie Anderson oder Ashley, B wie Beuys oder Böhmler, C wie Cage oder Christiansen, D wie Darboven oder Die Tödliche Doris, E wie Eno, F wie Fox, G wie Geile Tiere, H wie Huutajat, I wie Ichiyanagi, J wie Johansson oder Julius, K wie Knizak, Kriwet, Kubisch oder Kuhn, L wie Lucier, M wie Marclay, N wie Nancarrow oder Nitsch, O wie Ono, P wie Paik, Q wie Quin, R wie Rühm, S wie Schnebel oder Suzuki, T wie Tudor, U wie Ursonate, V wie Varèse, W wie Weiner oder Williams, X wie Xenakis, Y wie La Monte Young bis Z wie Zazeela »There once was this musical fellow / who’s favorite color was yellow / he could play a sonata / while he ate a tomato / and this fellow he really could bellow.« (Emmett Williams). Die Idee zu gelbe MUSIK kam Ursula Block in der Akademie der Künste, Berlin, als sie dort im Rahmen der Ausstellung Für Augen und Ohren 1980 eine Phonothek einrichtete.

Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Tiergarten, S5/S7/S9/S75 Bellevue

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Freitag, 9. Mai 2008 / 20 Uhr
Cop Talk

Damit die Polizei eines Landes effektiv ist, muss sich in deren Belegschaft die Demografie der Gesellschaft widerspiegeln. Vielleicht ist es nicht zu vermeiden, dass die Mitglieder von Künstlergemeinden bei der Polizei unterrepräsentiert sind. Als Reaktion hat der Künstler Chris Evans Stellvertreter von nationalen Polizeibehörden eingeladen, an europäischen Kunsthochschulen Einführungskurse zu halten, in denen sie Karrieremöglichkeiten aufzeigen und die Studenten ermutigen, der Truppe beizutreten. Einerseits kratzt die Arbeit sanft an dem Idealismus von Kunsthochschulen – denn letztlich ist es nur ein kleiner Prozentsatz der Kunst-und Designstudenten, der später im Kunstsektor Karriere macht. Andererseits wird der implizite Kontrast zwischen Berufen mit einer offensichtlichen gesellschaftlichen Funktion (Polizist) und solchen, denen man diese gemeinhin abspricht (Künstler), aufgezeigt. Doch am Ende geht es bei der Idee, den Künstler zur Polizeitruppe zu bringen, darum, ob nicht berufsfremdes und kreatives Denken die Kreativität, Gedankenproduktion, Werte und Ethik in den unerwartetsten Bereichen der Gesellschaft bereichern könnten. Chris Evans, geboren 1972 in Eastrington (GB), lebt und arbeitet in London (GB), Berlin (DE) und Amsterdam (NL).

Universität der Künste Berlin, Raum 110, Hardenbergstraße 33, 10623 Berlin-Charlottenburg, U2/U9, S5/S7/S75/S9 Zoologischer Garten

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Samstag, 10. Mai 2008 / 21 Uhr
WAR_SAW

Schräge geometrische Buchstaben aus an die Wand gehefteter Zündschnur formen ein Wort. Anzünden! Sobald sich der Rauch verzieht, wird der in zwei Hälften geteilte Name einer osteuropäischen Hauptstadt erkennbar, wobei sich eine Entweder-oder-Situation ergibt. Der Name Warsaw (Warschau; war/saw: Krieg/Säge) scheint sowohl eine gespaltene Identität als auch die Aussicht auf ein böses Schicksal zu bergen; somit kann Wilhelm Sasnals Arbeit als Bild einer gebrochenen Stadt betrachtet werden. Die ausgebrannte Tätowierung an der Wand, vom Künstler geschaffen, um die umgebende Architektur zu markieren, fungiert als persönliche Signatur und spielt zur gleichen Zeit auf die Spuren der Geschichte und das urbane Gefüge einer Stadt an, die Zeuge von Verwüstung und Zerstörung gewesen ist. Wilhelm Sasnal wurde 1972 in Tarnow (PL) geboren und lebt in Warschau (PL).

Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Kommandantenstraße / Neue Grünstraße, 10969 Berlin-Kreuzberg, U2 Spittelmarkt

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Sonntag, 11. Mai 2008 / 20 Uhr
Trembling Bodies

»Man kann erklären: ein Werk, das die richtige Tendenz aufweist, braucht keine weitere Qualität aufzuweisen. Man kann auch dekretieren: ein Werk, das die richtige Tendenz aufweist, muss notwendig jede sonstige Qualität aufweisen.« (Walter Benjamin). In den meisten seiner Arbeiten greift Artur Żmijewski zur selben wirkungsvollen Methode: Er kreiert ein Szenario, inszeniert eine Situation und führt eine Gruppe von Menschen ein, um zu beobachten, wie sie reagieren, wie sie sich verhalten, wie sie zurechtkommen. In kleinen Labors, die der Künstler eingerichtet hat, entwickeln sich neue temporäre Verhaltensregeln. Er sagt: »Es gibt keinen Plan, kein Drehbuch – ich weiß nie, wohin die Reise führt.« Nach der Performance führt Artur Żmijewski eine Diskussion mit Slawomir Sierakowski, Chefredakteur von Krytyka Polityczna (Politische Kritik), einer einflussreichen intellektuellen Zeitschrift der neuen polnischen Linken. Żmijewski wurde 1966 geboren, Sierakowski wurde 1979 in Polen geboren. Beide leben und arbeiten in Warschau (PL). Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit Sebastian Cichocki organisiert, im Anschluss an seine Zeit als Direktor der Galeria Kronika, Zentrum für zeitgenössische Kunst in Bytom, Polen. Eine Kooperation der 5. berlin biennale und der Galeria Kronika.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Dienstag, 13. Mai 2008 / 20 Uhr
The Artist’s Reserved Rights Transfer and Sale Agreement

The Artist’s Reserved Rights Transfer and Sale Agreement ist ein Vertragsformular, das 1971 von Seth Siegelaub (bekannt als Organisator der ersten Konzeptkunst-Ausstellungen Ende der 1960er Jahre) in Zusammenarbeit mit dem Rechtsanwalt Robert Projansky entworfen und in Umlauf gebracht wurde. Kernpunkte dieses Vertrags sind Ausstellungsrechte, Reproduktionsrechte und die sogenannten Folgerechte. Der Vertrag inspirierte mehr als zwei Jahrzehnte später Maria Eichhorn zu einem Projekt, das mit ihrer Ausstellung im Kunstverein Salzburg 1998 begann und eine Sammlung von Interviews umfasst, die Eichhorn 1996 bis 2005 mit Künstlern und Galeristen sowie mit den Urhebern des Vertrags führte. In ihnen kommen nicht nur Fragen zu dem Vertrag und seinem historischen Kontext zur Sprache, sondern auch Erfahrungen der Interviewten mit dem Verkauf und Weiterverkauf von Kunstwerken, Kunst als Spekulationsobjekt, die Rolle von Sammlern und Museen, Künstlerrechte und vieles mehr. Maria Eichhorn ist bildende Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in Berlin (DE). Seth Siegelaub hat als Kurator, Autor und Vertragsurheber gearbeitet. Er wurde in New York (US) geboren und lebt und arbeitet in Amsterdam (NL). Daniel McClean arbeitet als Rechtsanwalt und gelegentlich als Kurator. Er lebt und arbeitet in London (GB).

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Mittwoch, 14. Mai 2008 / 20 Uhr
Gesture in soviet films

Früher wurde die Sprache der Gesten von Erwachsenen an Kinder, von Erziehern an Schüler weitergegeben, in Büchern über gutes Benehmen festgehalten, in Tanzstunden eingeübt. Was aber passiert mit dem Körpergedächtnis, wenn das Tempo der Veränderungen beschleunigt wird, die Grenzen gesellschaftlicher Gruppen durchlässig werden und nationale Traditionen verschwimmen, weil die Menschen schon seit über einem Jahrhundert Filmzuschauer sind und Filme, die nationale und gesellschaftliche Grenzen überschreiten, in ihre Alltagserfahrung integrieren? The Factory of Gestures (Die Fabrik der Gesten) ist ein umfangreiches DVD-Projekt von Oksana Bulgakowa, das die Veränderung der Körpersprache in der russischen und der sowjetischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts in Film und Leben zeigt und die umfassenden Untersuchungen Bulgakowas zum Thema vorstellt. Oksana Bulgakowa kuratierte den Bereich Film für die Ausstellung Berlin–Moskau/Moskau–Berlin 1900–1950 im Berliner Martin-Gropius-Bau und hatte unter anderem Professuren an der Stanford University, USA, und der internationalen filmschule köln inne. Sie wurde 1954 in Nikopol (UA) geboren und lebt und arbeitet in Berlin (DE). Ihr Vortrag wird auf deutsch stattfinden.

Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur, Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße

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Donnerstag, 15. Mai 2008 / 20 Uhr
A Night of Psicomagia

Ein Meister, ein Lehrling, eine Initiation und ein paar »glänzende metallische unsichtbare Helfer«. Ich habe einmal etwas über eine Künstlerin gelesen, die von den scheinbar paradoxen Wünschen zerrissen war, Kunst und Geld zu machen: »Geld ist männlich. Geld ist phallisch«, sagte Alejandro Jodorowsky zu ihr. »Du musst deine eigene Art von Geld finden … Das gute Geld ist Kreativität.« Der chilenische Filmemacher und Tarotkartenleger Jodorowsky empfahl der Frau, sich »sieben Goldstücke« in die Vagina zu stecken, während sie malte. Ich hoffe, am 15. Mai 2008 muss ich niemandem meine Vagina zeigen. Ich heiße Danai Anesiadou. Vor dem Abend meiner Performance werde ich nach mehreren gescheiterten Versuchen schließlich den großen Meister Alejandro Jodorowsky getroffen haben. Während einer seiner wöchentlichen Tarotsitzungen, bei denen einige wenige Personen mit einer Frage zu ihm kommen können, werde ich ihm folgende Frage stellen: »WAS IST MIT MIR UND DER KUNST?« Er wird mir eine Aufgabe stellen, und dies wird der Samen eines psychomagischen Rituals sein, das ich selbst durchführe, zusammen mit Ihnen, dem Publikum, und entweder dem Geist oder (wenn er meine Einladung nach Berlin annimmt) der Person von Alejandro Jodorowsky. Danai Anesiadou, geboren 1973 in Deutschland, lebt und arbeitet in Brüssel (BE).

Spiegelsaal in Clärchens Ballhaus, Auguststraße 24, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Freitag, 16. Mai 2008 / 22 Uhr
Konzert von Nikakoi

Nikakoi, geboren 1972 in Tbilisi (GE), studierte Bühnenregie und ist Mitglied von Goslab, einer Gruppe junger georgischer Musiker aus Tiflis. Seine elektronischen Musikkompositionen weisen Bezüge zur georgischen Volksmusik auf. Zu dem Konzert eingeladen wurde Nikakoi von Thea Djordjadze, deren Arbeiten im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie und im Skulpturenpark Berlin_Zentrum ausgestellt sind.

Babette Bar, Karl-Marx-Allee 36, 10178 Berlin, U5 Schillingstraße

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Samstag, 17. Mai / 20 Uhr
On the displays of light, inside and outside—there might be no victory over the sun. Unité d’Habitation (Type Berlin)

»Die Architektur ist das kluge, korrekte und herrliche Spiel vereinigter Körper im Licht«, sagte Le Corbusier, kurz nachdem Malewitsch mit seiner futuristischen Oper den Sieg über die Sonne zu erringen gesucht hatte, die für ihn die Rationalität symbolisierte. Das Foyer von Le Corbusiers Unité d’Habitation in Berlin hat eine besondere und ungewöhnliche Lichtsituation. Sie wird zum Ausgangspunkt einer Performance von Susanne M. Winterling, die nach dem Individuellen fragt. Im Spannungsfeld von Licht, Architektur und dem individuellen Sein zeigt sie auf, wie der Mensch (zum Beispiel ein weiblicher Teenager) mit der Welt umgeht und sich darin positionieren kann. Winterlings neue Filminstallation wird in den Garderoben der Neuen Nationalgalerie im Rahmen der 5. berlin biennale präsentiert. Susanne M. Winterling wurde 1971 in Rehau (DE) geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin (DE).

Le Corbusier Unité d’Habitation, Typ Berlin, Foyer, Flatowallee 16, 14055 Berlin-Charlottenburg, S9/S75 Olympiastadion

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Sonntag, 18. Mai 2008 / 18 Uhr
monologue

Die Reihe amerikanischer Experimentalfilme, kuratiert von der Filmemacherin Babette Mangolte, zeigt die Bedeutung der Monologstimme und den Einfluss der Beat-Poeten und Jazz-Improvisation auf, die das Zusammenfließen von Kunst, Dichtung und Performance dominierten, das für die Zeit von den späten 1950er bis zu den frühen 1960er Jahren prägend war. • Jack Kerouac in Pull My Daisy (Robert Frank & Alfred Leslie, 1959, 29 Min.) • William S. Burroughs liest aus seinem Werk der späten 1950er Jahre (5 Min.) • Jack Smith in Blonde Cobra (Bob Fleischner und Ken Jacobs, 1959, mit einem Monolog von Jack Smith, gefilmt und geschnitten 1963 von Ken Jacobs, 33 Min.) • Stan Brakhage in Prelude: Dog Star Man (1961, 25 Min.) • Robert Morris in Arizona (Performance von 1963, 1993 nachgestellt und gefilmt von Babette Mangolte, aus Four Pieces by Morris, 18 Min.). Babette Mangolte, geboren in Montmorot (FR), lebt und arbeitet seit 1971 in New York (US). Ihre neue Videoinstallation ist im Rahmen der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art zu sehen.

Hier stehen die Transkriptionen der Filme Pull My Daisy, Blonde Cobra und Arizona zum Download als PDF zu Verfügung:
Pull My Daisy  Blonde Cobra  Arizona

Hier stehen weitere Texte zu dieser Veranstaltung als PDF zur Verfügung:
Programm des Abends
Babette Mangolte zur Bedeutung der Monologe
Abstract der Filme Blonde Cobra und Prelude: Dog Star Man aus dem Katalog der Film-Makers' Cooperative

Arsenal Kino, Potsdamer Straße 2, D-10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Dienstag, 20. Mai 2008 / 20 Uhr
Objekt und Auflösung—Eine Performance in trialogischer Form, 2007–2008

Falke Pisano, die Sprache als ein Mittel benutzt, um das Potenzial von Abstraktion, Skulptur und künstlerischer Praxis zu hinterfragen, aktiviert die abstrakte Skulptur als gedankengenerierendes Prinzip und nutzt die Idee des instabilen, wandelbaren und sich auflösenden Objekts als Möglichkeit, Fragen zu Objekt-Qualitäten, Form, Bau und Einbindung anzusprechen. Während der Performance wird sie versuchen, in Form eines Trialogs zwischen kontextstiftendem Beobachter, kreativem Subjekt und engagiertem Zuschauer einen möglichen Weg von »dem Objekt« zu einer Situation zu formulieren, in der das (aufgelöste) Objekt zum performativen Ort wird. Falke Pisano wurde 1978 in Amsterdam (NL) geboren. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam (NL) und Paris (FR).  

Georg-Kolbe-Museum, Sensburger Allee 25, 14055 Berlin-Charlottenburg, S9/S75 Heerstraße

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Mittwoch, 21. Mai 2008 / 20 Uhr
IDEA arts + society

IDEA arts + society ist ein unabhängiges Magazin, herausgegeben von IDEA Design & Print and IDEA Foundation in Cluj in Rumänien. Das Magazin positioniert sich am Schnittpunkt zweier Bedeutungsachsen, deren eine von der Kunst zur Politik (oder Gesellschaft) reicht und deren andere durch die Heterogenität von Text und Bild definiert ist. Im Rahmen der 5. berlin biennale organisiert IDEA eine öffentliche Diskussion, die sich mit den Themen und Fragestellungen der kommenden 29. Ausgabe des Magazins beschäftigt. Zu den Diskussionsteilnehmern gehören Ami Barak, Bogdan Ghiu, Daniel Knorr (dessen neue Installation im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie zu sehen ist), Alexandru Polgár, Adrian T. Sîrbu, Ovidiu Þichindeleanu und Raluca Voinea. Dieser Abend wird präsentiert von U-TURN Quadrennial for Contemporary Art in Zusammenarbeit mit der 5. berlin biennale als Teil des Kooperationsprojektes Opening Hours.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Donnerstag, 22. Mai 2008 / 19 – 22 Uhr
Eröffnung Schinkel Pavillon: Masist Gül

Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl der Werke von Masist Gül, einem türkischen Schauspieler und autodidaktischen Künstler, der mit verschiedensten Techniken arbeitete und dessen Werk unter anderem Zeichnungen, Gemälde, Kupferstiche und Lyrik umfasst. Die Original-Comic-Bücher des Künstlers sind zusammen mit Notizbüchern, Gemälden, Postern und anderen Objekten aus Masist Güls Besitz in einer von Banu Cennetoğlu und Philippine Hoegen kuratierten Einzelausstellung im Schinkel Pavillon zu sehen. Cennetoğlu und Hoegen sind bildende Künstlerinnen. Sie haben Güls Bücher als Teil ihrer Künstlerbuchserie BENT als Faksimile herausgegeben. Cennetoğlus und Hoegens Veranstaltung mit dem Titel One Night Stand findet am 24. Mai 2008 in den KW Institute for Contemporary Art statt. Masist Gül wurde 1947 in Istanbul (TR) geboren und starb 2003 in Istanbul. Banu Cennetoğlu, geboren 1970 in Ankara (TR), hat ihren Sitz in Istanbul (TR). Philippine Hoegen wurde 1970 in Kitzbühel (AT) geboren. Sie lebt und arbeitet in Amsterdam (NL).

Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße, U2 Hausvogteiplatz

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Freitag, 23. Mai 2008 / 20 Uhr
Now we are persons! Cinenova, women’s film and video distribution

Eine kuratierte Auswahl von selten gezeigten Kurzfilmen von Frauen geht dem Meisterwerk von Lizzie Borden Born in Flames voran, einem Film, der über mehrere Jahre hinweg entstanden ist und Schauspielerbiografien und Drehbuchszenen zusammenführt. Der Besetzung des Films gehörten die Bürgerrechtlerin Flo Kennedy, die Regisseurin Kathryn Bigelow und Adele Bertei von der Band The Contortions an. Born in Flames sucht die Wünsche der Frauen, die die Revolution und den Sieg über die kleinbürgerliche Radikalität proklamierten, zu visualisieren. • Dyketactics (Barbara Hammer, US, 1974, 4 Min.) • Boys in the Backyard (Annette Kennerly, GB, 1997, 22 Min.) • Hairpiece (Ayoka Chenzira, US, 1982, 10 Min.) • Uranium Hex (Sandra Lahire, GB, 1987, 11 Min.) • Born in Flames (Lizzie Borden, US, 1982, 80 Min.) Emma Hedditch, geboren 1972, ist Künstlerin und Schriftstellerin und lebt in London. Seit 2000 ist sie Co-Organisatorin der Cinenova Women’s Film and Video Distribution in London.

Babylon: Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Samstag, 24. Mai 2008 / 20 Uhr
One Night Stand

One Night Stand wird als eine kleine Buchmesse im Hof der KW Institute for Contemporary Art organisiert, bei der die internationalen Teilnehmer Buchprojekte präsentieren, die sie Interessierten erklären und verkaufen. Der gemeinsame Nenner der zum One Night Stand eingeladenen Teilnehmer besteht darin, dass das Ergebnis ihres fortlaufenden kollaborativen Experimentierens mit Drucksachen Publikationen sind, die als autonome Kunstprojekte fungieren. Die meisten sind unabhängige Printprojekte, die von Künstlern initiiert wurden. One Night Stand präsentiert ungewöhnliche Publikationen, sei es aufgrund ihres Formats, des Inhalts oder der Haltung und Motivation ihrer Macher, denen mit dieser Veranstaltung eine besondere Aufmerksamkeit zuteil werden soll.

Die Teilnehmer sind:
Anita Di Bianco, New York, Corrections and Clarifications
Bent Books, Istanbul
Documentation Celine Duval, Normandie
Eva Weinmayr, London, rumors
Kristina Ask, Kopenhagen, DICTIONARY and printed projects
Michalis Pichler, Berlin, publications and Archive of Shredded Catalogues
Rita McBride, Düsseldorf, books
Samandal Comics Magazine, Beirut
Temporary Services, Chicago
Uqbar Foundation, Amsterdam
One Night Stand wurde initiiert von BENT, einer Zusammenarbeit von Philippine Hoegen und der von Banu Cennetoğlu geleiteten Istanbuler Künstlerinitiative BAS. Cennetoğlu und Hoegen präsentieren zudem die Arbeiten von Masist Gül im Schinkel Pavillon.

Hof der KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Sonntag, 25. Mai 2008 / 20 Uhr
Field of Genius

Lieber Paul, ich bin Kristina Norman, die Künstlerin, die Sie auf der Biennale in Berlin kennen lernen sollen … Ehrlich gesagt habe ich schon vor fünf Jahren davon geträumt, Ihnen tausend Dankesbriefe zu schicken, als ich Ihr wunderbares Buch Superforce gelesen hatte. Sie haben mir eine neue Welt eröffnet. Die Art, wie Superforce geschrieben ist, und die Botschaft des Buches waren etwas, was ich nie von einem Buch erwartet hätte, das ich zufällig wegen seines lustigen Titels in einem Antiquariat in einer estnischen Provinzstadt kaufte. »Das steht hier schon seit Jahren im Regal, das will sowieso keiner mehr, weil es auf Russisch ist«, sagte man mir. Es war 1984 in Moskau erschienen, und auf Russisch heißt es Supersila. Durch diesen glücklichen Zufall wurde Ihr Buch zur allerwichtigsten Inspirationsquelle für meine Kunst und veränderte mein ganzes Denken. Ich frage mich, was Sie wohl von meinem Film Field of Genius halten (die Idee dazu hat Ihre Erwähnung von Albert Einstein in Superforce ausgelöst) und ob er Ihnen vielleicht sogar ein Thema für einen Vortrag (oder eine Performance) auf der Biennale liefern könnte. Mit herzlichsten Grüßen, Kristina Norman. Kristina Norman, geboren 1979, lebt und arbeitet in Tallinn (EE). Paul Davies ist Physiker und Kosmologe an der Arizona State University. Er lebt und arbeitet in Arizona (US). Der Film Field of Genius von Kristina Norman wird von einem Künstlerbuch begleitet, das im Rahmen der Kooperation On Paper zwischen der 5. berlin biennale und der Zeitschrift A Prior Magazine veröffentlicht wird.   

Einsteinsaal, Archenhold-Sternwarte, Alt-Treptow 1, 12435 Berlin-Treptow, S8/S9 Plänterwald, S41/S42 Treptower Park, Bus 166/265/365 Alt-Treptow

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Dienstag, 27. Mai 2008 / 21 Uhr
Counter-relief

Eine Filmvorführung und Live-Performance mit Bewegung und Text, die durch das Raster fragmentierter Aktionen und die Sezierung narrativer Strukturen die Diskrepanz zwischen Materialität und Repräsentation auslotet, ein Live-Experimentalfilm, ein Work-in-progress, eine körperliche Reflexion über die Verzweigung von Choreografie, Architektur und Film: Counter-relief erweitert Roberts künstlerische Praxis an den Grenzen zu Tanz und bildender Kunst und interagiert mit deren bildlicher Bühne, hier der Terrasse der Neuen Nationalgalerie. Teilnahme Emma Hedditch. Jimmy Robert wurde 1975 in Guadeloupe (FR) geboren. Er lebt und arbeitet in Amsterdam (NL) und Brüssel (BE).

Terrasse Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Mittwoch, 28. Mai 2008 / 20 Uhr
Nächtliche Filmvorführung: La Commune von Peter Watkins

1871 erhebt sich die Pariser Bevölkerung gegen das reaktionäre französische Regime und wählt eine Arbeiterkommune, die unter anderem die Trennung von Staat und Kirche sowie freie Bildung und Schulpflicht für alle Kinder proklamiert. 72 Tage später, am 28. Mai 1871, wird die Revolution von der regulären Armee niedergeschlagen, in den Straßen von Paris werden 30 000 Menschen hingemetzelt. Die Pariser Kommune von 1871 war nicht nur ein wichtiger Aufstand der Arbeiterklasse gegen die Ungerechtigkeit und die sozialen Übel der Zeit, sondern auch eine breit angelegte Erfahrung in direkter Demokratie. Peter Watkins’ Film La Commune (Paris 1871) aus dem Jahr 1999 versuchte bei der Vorbereitung, den Dreharbeiten und dem alternativen Vertrieb revolutionäre Methoden anzuwenden, indem er die befreienden Kräfte des kollektiven audiovisuellen Projekts entfesselt, unter Beteiligung von »gewöhnlichen« Bürgern ebenso wie Randgruppen unserer »modernen und entwickelten« Gesellschaften (sans papiers, Obdachlosen, Arbeitslosen und anderen). Rebond pour la Commune, eine Gruppe von Schauspielern und Technikern, die es geschafft haben, diesen Film zu überleben und ihm zu entkommen, laden Sie zu einer Kommunennacht ein, um den Prozess der Beteiligung auszudehnen und weiterzuentwickeln, ebenso wie die Meinungsfreiheit im Hinblick auf die Fragen, die von der Kommune und Peter Watkins’ Film aufgeworfen werden. Lassen wir bei Installationen, Diskussionen, der Vorführung des Film-Epos, Live-Performances, Essen und Getränken den revolutionären Kommunardengeist aufleben und feiern wir den Widerstand in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es singt der Arbeiter- und Veteranenchor Neukölln. Der Film wird in der französischer Originalversion mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Babylon: Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Donnerstag, 29. Mai 2008 / 21 Uhr
Musik aus dem Äther

»Stell dir ein Kind der Liebe zwischen Marianne Faithfull und Nikola Tesla vor, mit Jane Birkin als Kindermädchen und Björk als ungeratener Pfadfinderanführerin!« So beschreibt Ann Magnuson vom Paper Magazine Dorit Chrysler, Gründerin der New Yorker Theremin Gesellschaft und eine der wenigen Performance-Künstlerinnen der Welt, die das Theremin wirklich beherrschen, jenes elektronische Instrument, das gespielt wird, indem man die Hände zwischen zwei Antennen bewegt, ohne diese zu berühren. Ihre explorative Technik auf dem Theremin verbindet Chrysler mit einzigartigen Vokalpartien und Kompositionen und erschafft so mit scheinbarer Leichtigkeit eine seltsame, neue und liebenswerte Popmusik der Zukunft. Dorit Chrysler wurde in Graz (AT) geboren und lebt und arbeitet in New York (US).

Roter Salon, Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Freitag, 30. Mai 2008 / 20 Uhr
Gegen Abend fand mich Brecht im Garten bei der Lektüre des Kapital

Ein Abend mit Production Unit, die uns eine neue Lesegruppe für 'Das Kapital' vorstellen wird. Präsentiert wird sie von Philipp Kleinmichel, der zur Zeit Doktorand für Philosophie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe ist.

Gäste sind unter anderem Mitglieder der Theatergruppe Rimini Protokoll, die ihre Arbeit 'Karl Marx: Das Kapital Volume One - Radio Play' präsentieren werden, Philipp Kleinmichel mit seiner Arbeit 'Extreme Aesthetics for a Second Time' sowie der Künstler Trygve Luktvasslimo mit einer Money-Music Playlist. The Production Unit (Petra Bauer, Kajsa Dahlberg, Sara Jordenö, Conny Karlsson, Runo Lagomarsino, Ditte Lyngkær Pedersen) ist ein Künstlerkollektiv, das sich mit der Diskussion der Schnittstellen von Politik und Ästhetik beschäftigt.

Weitere Informationen:
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www.productionunit.org
www.rimini-protokoll.de

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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Samstag, 31. Mai 2008 / 20 Uhr
Jazz in the Garden

Im Rahmen der 5. berlin biennale präsentiert die Künstlerin Goshka Macuga eine historische Nachstellung der legendären Konzertreihe Jazz in the Garden, die seit der Eröffnung der Neuen Nationalgalerie in den späten 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre im Skulpturengarten des Museums stattfand. Jahrzehntelang war der Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie für Berliner Musikliebhaber ein wichtiger Ort. Zwischen den Kunstwerken wurde Avantgarde-Jazz gespielt, der große Zuschauerzahlen anlockte und dem Park, den Mies van der Rohe ursprünglich für die Skulpturen der Sammlung entworfen hatte, eine ganz neue Funktion verlieh. Als idyllisches, modernistisches Arkadien zog es Intellektuelle, Künstler und Jazz-Fans aller Art an, Leute von zehn bis sechzig Jahren, von Lehrern bis hin zu Freaks, vom Art Ensemble of Chicago bis hin zu Art Blakey's Jazz Messengers und Alexander von Schlippenbach, die hier neben vielen anderen großen Musikern auftraten. Goshka Macuga und das Johansson/Schlippenbach Quartett laden Sie ein, an dieser einmaligen Nachtveranstaltung teilzunehmen und die Rückkehr des Jazz in the Garden zu feiern – soweit das Wetter mitspielt. Goshka Maguca wurde 1967 in Warschau (PL) geboren und lebt und arbeitet in London (GB). Ihr neues Skulpturenensemble ist im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie zu sehen.

Sven-Åke Johansson - Schlagzeug
Alexander von Schlippenbach - Piano
Rüdiger Carl – Klarinette
Joe Williamson – Kontrabass

Skulpturengarten, Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin-Tiergarten, U2, S1/S2/S25 Potsdamer Platz

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Sonntag, 1. Juni 2008 / 20 Uhr
The Texas Chainsaw Massacre

Die Gewalt in Tobe Hoopers Film The Texas Chainsaw Massacre (1974) hat auf beiden Seiten der bourgeoisen Trennung von Staat und Öffentlichkeit, der Politik rationalisierter öffentlicher Institutionen und einer amorphen öffentlichen Sphäre, politische Resonanz hervorgerufen. In seiner Lesart der Folgerungen aus The Texas Chainsaw Massacre diskutiert James McFarland das filmimmanente Thema der landwirtschaftlichen Maschinerie, die in Anlehnung an Brecht zur terroristischen Waffe umfunktioniert wird. Dies paraphrasiert wiederum die kinematische Umfunktionierung des Films zu einem Akt der Aggression. Der übergeordnete soziale Kontext des Films zeichnet die Erfahrungen der überwachten aufständischen Bevölkerung nach, was die potenzielle aktuelle Relevanz des Films nur noch verstärkt. Um diese Resonanzen zu begreifen, müssen wir den historischen Kontext betrachten, in dem der Film entstand, einen Kontext, der heute wieder zwingend aktuell ist. Denn The Texas Chainsaw Massacre ist ein Film der Kriegszeiten. James McFarland ist Assistenz-Professor für German Studies und Dekan der International Studies am Connecticut College.

Babylon: Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Dienstag, 3. Juni 2008 / 21 Uhr
General-Pape-Straße 100

General-Pape-Straße 100 ist ein Versuch, die Realitätsentwicklung des »Schwerbelastungskörpers« in Berlin-Tempelhof - das lang währende Forschungs-und Faszinationsobjekt der Künstlerin Susanne Kriemann - im Laufe der Zeit darzustellen. Ist die staatliche Sanierung dieses äußerst ambivalenten Baumonuments im Hinblick auf das Versagen nationalsozialistischer Gebäudekonstruktion spektakulär? Kann es Gegenstand der Immobilienpolitik in der derzeitigen Stadtentwicklung Tempelhofs werden? Oder wird es im Licht des Kunstbetriebs zu einem spekulativen Objekt und damit auf einen Sockel gehoben? Urs Stäheli ist Professor für Soziologie an der Universität Basel. Philipp Gutbrod ist der New Yorker Repräsentant des Auktionshauses Villa Grisebach. Alexander Tull arbeitet als freischaffender Regisseur in Berlin. Susanne Kriemann wurde 1972 in Erlangen (DE) geboren. Sie lebt und arbeitet in Rotterdam (NL). Ihre fotografische Arbeit ist im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Die Veranstaltung findet auf deutsch und englisch statt. Gesang: Micaela Leon

Schwerbelastungskörper, Dudenstraße, Ecke Löwenhardtdamm 10965 Berlin-Tempelhof, S2/S25/S41/S42/S4 6/S47 Südkreuz

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Mittwoch, 4. Juni 2008 / 20.30 Uhr
Below the Surface

Ein Darsteller wäscht mit verbundenen Augen weiße T-Shirts in Wasser, das die T-Shirts rot färbt. Er hängt sie zum Trocknen auf Wäscheständer. Das tropfende Wasser färbt den Boden. Schon hängen zehn T-Shirts an einem Ständer. Der Darsteller füllt viele Wäscheständer. Nachdem er alle Wäscheständer behängt hat, knipst er das Licht an, eine Glühbirne über jedem Ständer. Die Performance ist mit einem besonderen Sound unterlegt. Er besteht aus Wortlisten, die seit 2001 gesammelt wurden: Worte der heutigen Welt. Roi Vaara wurde 1953 in Moss (NO) geboren. Er arbeitet von Helsinki (FI) aus. Dieser Abend wird präsentiert von U-TURN Quadrennial for Contemporary Art in Zusammenarbeit mit der 5. berlin biennale als Teil des Kooperationsprojektes Opening Hours.

Dock11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, U2 Eberswalder Straße, Tram M1/M12 Schwedter Straße

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Donnerstag, 5. Juni 2008 / 21 Uhr
Fünf Bühnenlesungen

In Bezug auf ihre Pavillonstruktur Grey luminous light from the sea (A Structure for Readings), 2008. Eine fortlaufende Erkennung, Sammlung und Verbreitung der Worte anderer. Diese Nachtveranstaltung soll eine Übung in Permutationen und der Bestäubung von Ideen sein, die sich durch Linien, Hügel und die Geschichte des Skulpturenparks und seiner Grenzen weben. Einige einleitende Worte: »Die Sache mit den Symbolen ist recht verwirrend. Ich würde nicht sagen, dass ich in irgendeinem allegorischen oder absoluten Sinn eine symbolische Schriftstellerin bin. Symbole tauchen in manchen Romanen mehr, in anderen weniger auf. Ich will, dass sie ganz natürlich hereinkommen, durch die Figuren. Das heißt, Symbolmacher sein ist nicht irgendeine seltsame Funktion des Künstlers, sondern wir sind es alle. Man sieht es in jeder Familiensituation oder Liebesbeziehung, die Menschen erfinden Symbole, alle möglichen Dinge werden symbolisch. Diese Art von Mustersuche, selbst wenn sie vielleicht irgendwie mit Kunst verwandt ist, ist nicht allein die Wirkung von Kunst; sie ist etwas, was wir finden, wenn wir uns die Menschen ansehen.« (Iris Murdoch über Symbole, in einem Interview mit William Kent Rose in A Tiny Corner in the House of Fiction: Conversations with Iris Murdoch, University of South Carolina Press, 2003) Aleana Egan wurde 1979 in Dublin (IE) geboren, und lebt und arbeitet zurzeit in Berlin (DE) und Dublin (IE). Ihre neue Pavillonstruktur ist im Rahmen der 5. berlin biennale im Skulpturenpark Berlin_Zentrum ausgestellt.

Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Kommandantenstraße / Neue Grünstraße, 10969 Berlin-Kreuzberg, U2 Spittelmarkt

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Freitag, 6. Juni / 21 Uhr
Marguerite Duras und eine Trilogie

Manon de Boer zeigt das sonderbare filmische Meisterwerk Le Camion von Marguerite Duras. In dem Film sehen wir Gérard Depardieu am Tisch mit der Autorin des Films, Marguerite Duras. Er hört zu. Sie erzählt die Geschichte einer Frau. Duras’ Augen bewegen sich hin und her zwischen Depardieu und den Rändern ihrer Einbildung. Ihre Stimme trägt den Zuschauer gleichsam aus dem Raum hinaus. Le Camion (1977) eröffnet einen Filmabend mit einer Trilogie von 35-mm-Kurzfilmen von Manon de Boer, die die Trennlinie zwischen Bild und Ton auslotet, der sich auch Duras in ihren Filmen verschrieben hat. • Attica (2008): Der Film basiert auf der Komposition Attica (1972) von Frederic Rzewski. Das Gefühl von Zirkularität und endloser Wiederholung wird gespiegelt in der musikalischen Struktur und der Phrase »Attica liegt vor mir«. • Presto, Perfect Sound (2007): Der Violinist George van Dam spielt das Presto aus Béla Bartóks Sonate für Violine Sz 117 (Version mit Mikrointervallen). Die Klangschnitte werden durch Schnitte im Bild sichtbar gemacht. • Two Times 4’33” (2008): Eine doppelte Aufführung von John Cages 4’33” (1952) wird zur Meditation über die Erfahrung von Klang, Stille und Kino. Manon de Boer, geboren 1966 in Kodaikanal (IN), lebt und arbeitet in Brüssel (BE). Ihre neue Filminstallation ist im Rahmen der 5. berlin biennale in den KW Institute for Contemporary Art zu sehen.    

Babylon: Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Samstag, 7. Juni 2008 / 20.30 Uhr
Gold

In ihrer Solo-Performance Gold setzt die Performance-Künstlerin Alexandra Bachzetsis ihre Untersuchung des sprichwörtlichen Goldstandards der libidinösen Ökonomie fort, von der die zeitgenössische visuelle Kultur getragen wird – des erotisierten, ermächtigten weiblichen Körpers. Aufgeheizt unter anderem von einem mitreißenden Tanz-Track von Missy Elliott, Kelis und Khia – ebenfalls mächtige Symbolfiguren sexgeladener weiblicher Macht –, spielt Gold geschickt mit dem vieldeutigen choreografischen Slang von Hip-Hop und R&B: eine Black-and-tan-/Tits-and-ass-Show, inklusive des obligatorischen Goldstaubgeriesels. Bachzetsis’ Solostück zeigt eine machtvolle und ganzkörperliche Reflexion über Tanzkultur, visuelle Reize und die Kommodifizierung der Fantasie. Alexandra Bachzetsis wurde 1974 in Zürich (CH) geboren, und lebt und arbeitet dort.

Dock11, Kastanienallee 79, 10435 Berlin-Prenzlauer Berg, Tram M1/M12 Schwedter Straße

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Sonntag, 8. Juni 2008 / 20 Uhr
noize machine tour truckers roadshow

Noize Machine tour truckers roadshow ist ein mobiler Ausstellungs-/ Konzertraum, der ein Zelt, zwei Trucks, eine Menge Sound-Equipment, Skulpturen und Maschinen beinhaltet. In der innerstädtischen Umgebung kommt der Kontrast zwischen Funktion und Ästhetik der Idee eines Mechanismus zugute, der chaotische Ambitionen in Klang verwandelt. Rotierende Lautsprecher, umgebaute Turntables, Solarsoundmodule und viele andere Objekte werden zu einer Komposition ausgerichtet, die auf willkürlichen, doch strengen Prinzipien gründet. Die Soundinstallation läuft den ganzen Tag und geht in den Abendstunden in eine Live-Performance über. Vinyl-Terror & -horror, gegründet 2003, und Dr. Nexus, der sein Projekt im Jahre 2000 begann, arbeiten seit 2007 an gemeinsamen Projekten.    

Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Kommandantenstraße / Neue Grünstraße, 10969 Berlin-Kreuzberg, U2 Spittelmarkt

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Dienstag, 10. Juni 2008 / 20 Uhr
/LANDREFORM/

As I went walking I saw a sign there And on the sign it said »No Tres-passing« But on the other side it didn’t say nothing, That side was made for you and me. When the sun came shining, and I was strolling, And the wheat fields waving and the dust clouds rolling, As the fog was lifting a voice was chanting: This land was made for you and me. (Aus: Woody Guthrie, This Land is Your Land, 1940). Matthias Einhoff, Philip Horst, Markus Lohmann, Harry Sachs und Daniel Seiple – die Initiatoren des Skulpturenpark Berlin_Zentrum – verstehen ihre Tätigkeit als künstlerische Strategie im Kontext zunehmender Privatisierung öffentlicher Räume. Gelangweilt von der Ödnis des ökonomischen Determinismus, werden sie mit ihrem Ausstellungsprojekt /LANDREFORM/ unter Rückgriff auf Woody Guthries Dust-Bowl-Ballade This Land is Your Land hypothetische Handlungsstrategien hervorbringen. /LANDREFORM/ wird bei dieser nächtlichen Veranstaltung im Rahmen der 5. berlin biennale eingeführt und im Anschluss an das Gastspiel der berlin biennale im Skulpturenpark Berlin_Zentrum fortgesetzt. /LANDREFORM/ erweitert die vorangegangenen Ausstellungsreihen /Bestandsaufnahme/, /Parcella/ und /Spekulationen/. Eine Kooperation der 5. berlin biennale und KUNSTrePUBLIK e.V.    

Skulpturenpark Berlin_Zentrum, Kommandantenstraße / Neue Grünstraße, 10969 Berlin-Kreuzberg, U2 Spittelmarkt

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Mittwoch, 11. Juni 2008 / 19.30 Uhr
Theater und sensitives Denken

Der Theaterregisseur, Schriftsteller und Politiker Augusto Boal, geboren 1931 in Rio de Janeiro, wurde für den Friedensnobelpreis 2008 nominiert. Boal ist der berühmteste Theaterpädagoge unserer Zeit. Seine Methoden haben die Arbeit mit Schauspielern revolutioniert, und er hat Möglichkeiten entwickelt, das Publikum in die Produktion eines Stücks einzubeziehen, um den Gemeinschaftssinn wiederherzustellen. Boals Praxis und Lehre haben Theater und Pädagogik auf der ganzen Welt beeinflusst. 1971 entstand sein Theater der Unterdrückten in Brasilien mit dem erklärten Ziel, sich mit sozialer Ausgrenzung, politischer Repression und anderen brisanten lokalen Missständen auseinanderzusetzen. Aus dem Theater der Unterdrückten entstanden das Forumtheater in Peru (1973), das Unsichtbare Theater in Argentinien und Rainbow of Desire in Europa. Der Workshop und die Veranstaltung werden in Zusammenarbeit mit dem Off-Theater nrw – Akademie für Theater, Tanz und Kultur in Neuss organisiert. Augusto Boal wurde 1931 in Rio de Janeiro (BR) geboren, er lebt und arbeitet in Rio de Janeiro.

Sophiensaele, Sophienstraße 18, 10178 Berlin-Mitte, U8 Weinmeisterstraße, S5/S7/S9/S75 Hackescher Markt

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Donnerstag, 12. Juni 2008 / 19 – 22 Uhr
Eröffnung Schinkel Pavillon: Zofia Stryjeńska

Das Schaffen der Künstlerin Zofia Stryjeñska wurde von polnischer Volkskunst und polnischen Ritualen beeinflusst. Ihr originelles und vielseitiges Werk, das in den 1920er bis 1940er Jahren entstand, umfasst eine Fülle verschiedener Genres und Medien, darunter Malerei, Bühnenbild, Spielzeug, Buchillustration, die Inneneinrichtung transatlantischer Kreuzfahrtschiffe und Ballettkostüme. Im Kommunismus wurden ihre Arbeiten – ohne Einwilligung der Künstlerin – als populäre Motive zur Dekoration von massenproduzierten Waren staatseigener Industrien und Manufakturen benutzt. Derart in die Vergessenheit gezwungen und ohne die Anerkennung, die sie vor dem Krieg in ihrer Heimat genoss, verließ die Künstlerin Polen und lebte in Frankreich und in der Schweiz, wo sie 1976 starb. Paulina Olowska kuratiert eine Ausstellung mit einer Sammlung von Dokumenten über Stryjeñska und einer Auswahl von massenproduzierten Objekten, die sich ihrer Bildwelt bedienen. Das Projekt ist eine Hommage an die Künstlerin und zeigt, wie ihre reiche Produktivität in das polnische Alltagsleben übergegangen ist. Olowskas neue Gemäldegruppe nach Werken von Zofia Stryjeñska ist im Rahmen der 5. berlin biennale in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Zofia Stryjeńska wurde 1891 in Krakow (PL) geboren und starb 1976 in Genf (CH). Paulina Olowska, geboren 1976 in Danzig (PL), lebt und arbeitet in Warschau (PL) und Berlin (DE).

Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 1, 10117 Berlin-Mitte, U6 Französische Straße, U2 Hausvogteiplatz

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Freitag, 13. Juni 2008 / 20 Uhr
JO von Cameron Jamie

Ein Abend mit neuen Solo-Werken des seit den 1970er Jahren für seine eindringlichen und kathartischen Sounderkundungen international gefeierten japanischen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Keiji Haino und der Deutschlandpremiere seines Soundtracks für Cameron Jamies vierten Film JO (2004, 42 Min.), für den Jamie eine dreiteilige Untersuchung des gefährlichen Grats zwischen Nationalismus, Patriotismus und Bigotterie angestellt hat. Bei seinem Tauchgang in die peripheren Elemente zeitgenössischer Kultur wird Jamie zum Ethnografen auf der Suche nach alternativen Strategien für das Verständnis und die Interpretation der Ebenen unseres Wissens und unserer kulturellen Strukturen. JO wurde koproduziert in Zusammenarbeit mit der Neuen Galerie Graz am Landesmuseum Joanneum in Graz. Cameron Jamie, geboren 1969 in Los Angeles (US), lebt und arbeitet in Paris (FR). Keiji Haino wurde 1952 in Chiba (JP) geboren und lebt zurzeit in Tokyo (JP).

Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Linienstraße 227, 10178 Berlin-Mitte, U2 Rosa-Luxemburg-Platz

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Samstag, 14. Juni 2008 / 19.30 Uhr
No Haus like Bau at HAU

Im russischen konstruktivistischen Theater der 1920er Jahre wurde der »industrielle Mensch« als Teil einer biomechanischen Symbiose mit der Fabrik dargestellt. No Haus Like Bau fragt, was aus dieser Überidentifikation mit dem System in der Zeit nach der industriellen Fertigung wird: Was würde sie in Bezug auf die flexible Ideologie des späten Kapitalismus bedeuten? In dem Anstellungsmodell einer postfordistischen kreativen Industrie, bei dem die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, wird die Kritik an der Mechanisierung der Arbeit unwirksam. In einem Bühnenbild aus Flatpack-Möbeln, das sich am sowjetischen Theater orientiert, und mit acht Amateurschauspielern, begleitet von Live-Musik von Steven Kado, erforscht das eigens für die 5. berlin biennale produzierte Stück die Instrumentalisierung der Kreativität bei immaterieller Arbeit und ihre Abhängigkeit von der Virtuosität des Arbeiters, einer ständigen Performance der eigenen Persönlichkeit. Durch die Performance wird die Veräußerung des Selbst, von Interior Design angekurbelt, zur Bildung der provisorischen Ästhetik einer neuen Politik umgedeutet. Pil & Galia Kollectiv, ursprünglich aus Israel, hat seinen Sitz in London (GB).

HAU 1, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin-Kreuzberg, U1/U6 Hallesches Tor

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Sonntag, 15. Juni 2008 / 20 Uhr
Collect to win

Eine unterhaltsame Show am letzten Tag der 5. berlin biennale, die von Superflex moderiert wird, einer Künstlergruppe (Bjørnstjerne Reuter Christiansen, Jakob Fenger and Rasmus Nielsen), die 1993 gegründet wurde und ihren Sitz in Kopenhagen (DK) hat. Im Anschluss an die letzte Nacht-Veranstaltung am Sonntagabend findet ein Hoffest in den KW statt, zu dem Sie herzlich eingeladen sind.

KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin-Mitte, U6 Oranienburger Tor, S1/S2/S25 Oranienburger Straße, S5/S7/S9 Hackescher Markt

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